Über Astron Alpha . . .

Fiese Aliens mit starrenden Glotzaugen kamen unbemerkt aus dem All, um von geheimen Höhlen tief unter der Erde aus die Herrschaft über unsere Welt zu übernehmen. Dafür schreckten sie auch nicht vor Gehirnwäschen, Manipu­la­tio­nen an lebendig „ausgebauten“ Menschenherzen und dem Einsatz gigantisch großer Tiermonster zurück. Sie kamen vom fernen Planeten Astron Delta . . .

Szenenbild aus dem Film "Killers from Space" (USA 1954) von W. Lee Wilder
Invasoren auf seltsamen Pfaden: Die Killers from Space

So geschehen im ärmlichen, schwarzweißen No-Budget-Heuler Killers from Space (1954) von William Lee Wilder, dem vergessenen Bruder des berühmten Billy Wilder, der allerdings nichts von dessen Klasse als Regisseur in sich trug. Killers from Space genießt allgemein und völlig zu recht einen grottenschlechten Ruf – „ein billig ge­mach­ter, schlechter Film“ stellte etwa Phil Hardy tro­cken in seiner Science Fiction Filmenzyklo­pädie (S. 153) fest.

 

Aber der fiktive Planetenname „Astron Delta“, der war irgendwie cool, der blieb in meinem Hirn irgendwie haften. Als es dann darum ging, einen Namen für meine geplante Rezensionen-Webseite zu finden, hatte ich mir monatelang vergeblich den Kopf zermartert, bis mir „Astron Delta“ wieder in den Sinn kam. Das klang für eine Science-Fiction-Webseite gar nicht mal so schlecht. Aber, so dachte ich mir, wieso „Delta“? Wenn schon, denn schon – und änderte den Namen in Astron Alpha ab. Das klingt schön spacig, klingt nach Science-Fiction, nach Space Opera – hat aber ansonsten überhaupt keine tiefere Bedeutung. Nun, das Kind muss einen Namen haben, nicht wahr?

Wen es interessieren mag, möchte ich erzählen, wie ich zum Rezensieren von Büchern und Filmen gekommen bin. Nun, im Jahre 2008 hatte ich spaßeshalber damit begonnen, in einem großen Superman-Forum aktiv zu werden, das seit 2010 leider nicht mehr online ist. In einigen Threads posteten die User kleinere Rezensionen zu Superman-Comics, aber auch zu Filmen und Büchern, die aus dem weiteren Umfeld der Science-Fiction stammten. Dort machte ich meine ersten Gehversuche als „Kritiker“ und merkte bald, dass mir das Schreiben von Rezensionen großen Spaß machte. Da meine Texte dazu neigten, deutlich länger auszufallen als ein üblicher Forums-Post, ging ich dazu über, die Texte auf inhaltlichen und sprachlichen Hochglanz zu polieren und erst einmal nicht zu veröffentlichen. Ab 2010 hegte ich be­reits den Plan, einmal eine eigene Webseite zu schaffen, auf der ich diese Texte veröffentlichen würde.

 

Statt mich um die Webseite zu kümmern, schrieb ich jedoch immer weiter und weiter. Mein Output war aufgrund meiner begrenzten Freizeit dabei bescheiden – mehr als 40 Texte pro Jahr wurden es nie, meist weniger, und ich gehöre leider auch nicht gerade zu denjenigen, die für das Verfassen einer Besprechung nur zwei, drei Stunden benötigen. Nunja, irgendwann wurde das Ganze natürlich grotesk, denn wie jeder Autor will auch jemand, der das Schreiben nur als Hobby betreibt, dass sein Zeug gelesen wird, selbst wenn es nur drei oder vier Leute im World Wide Web sein sollten. So riss ich mich im Januar 2016 am Riemen und ging endlich daran, Astron Alpha auf die Füße zu stellen. Ein tolles Gefühl, als es endlich vollbracht war!

 

Ich bin kein studierter oder journalistisch erfahrener Medienwissenschaftler oder -Autor, und ich bin darüber hinaus auch nicht so vermessen, mir den schmückenden Titel des „Kenners“ oder „Connaisseurs“ anzuheften – dafür gibt es im gigantischen Orkus von Science-Fiction-Unterhaltung viel zu viel, was ich noch nicht gesehen bzw. gelesen habe. Die Fakten habe ich so gewissenhaft wie möglich recherchiert und überprüft. Faktische Fehler sind dennoch möglich, genauso wie nicht jeder meine Meinungen mit mir teilen wird, aber bitte: Das Universum ist groß, die Geschmäcker sind zum Glück verschieden, und es ist im Internet genug Platz für viele Meinungen.

 

Noch ein Wort zum „Spoiler“-Problem

 

Will man als Rezensent in einer längeren, eingehenderen Besprechung auf entscheidende Aussagen und Momente eines Werkes eingehen, ist es unumgänglich, inhaltliche Details oder auch Erzählschlüsse offen anzusprechen. Insofern möchte ich ausdrücklich für meine Texte den im Internet seit Langem üblich gewordenen Spoiler-Alarm aussprechen.

 

Autoren, die in Foren, Kommentaren oder Rezensionen „spoilern“, schlägt oft übler Hass entgegen, als würden sie, die vermeintlich feixenden Spielverderber, gegen die heiligsten Güter des Medienjournalismusʼ oder sonstige Sakrilege verstoßen. Ich habe ungeachtet der Dresche trotzdem eine andere Meinung. In meinen Augen ist das „spoilern“ im Rahmen einer längeren Besprechung vollkommen legitim und findet seit jeher beispielsweise auch in lexikalischen Werken und Kompendien statt – nur dass sich vor den Zeiten des Internets niemand darüber aufgeregt hat. Astron Alpha ist keine „Empfehlungsseite“ für Leute, die die besprochenen Werke noch nicht kennen. Es ist eine Diskussions­seite, gedacht für Leute, die das besprochene Werk ebenfalls bereits kennen und sich dafür interessieren, was andere darüber denken – oder meinethalben auch für Leute, denen Spoiler nichts ausmachen und auch mit Vorwissen über manchen Plotpoint in der Lage sind, einen Film oder einen Roman zu genießen. Ich selbst lese in der Regel nie fremde Rezensionen, bevor ich einen Film gesehen oder ein Buch gelesen habe. Erst hinterher, nachdem ich mir mein eigenes und unbeeinflusstes Bild vom Werk gemacht habe, begebe ich mich auf Lesereise im Internet, weil es mich dann brennend interessiert, was andere Leute über den Film/das Buch denken. Einige interessante Verweise dazu findest Du auch auf meiner Links-Seite.

 

Zuguterletzt

 

 Alle deutschen Übersetzungen von Zitaten aus englischen Werken stammen von mir. Die öffentliche Verwendung meiner Texte, zum Beispiel in auszugsweisen Zitaten, ist ausdrücklich erlaubt, sofern das Zitat mit einem Quellenver­weis auf meine Autorschaft bzw. auf Astron Alpha versehen wird – wie sich das gehört.


Porträt von Dr. Michael Haul (geb. 1971), aufgenommen 2015

Dr. Michael Haul

 

Geboren 1971 in Hamburg. Promovierter Assyriologe, Studium der Keilschrift-sprachen und Archäologie des alten Orients sowie der Germanistik in Hamburg und Göttingen. In meiner Freizeit renoviere ich seit geraumer Zeit das Haus aus den Dreißigerjahren, in dem ich mit meiner Familie wohne, spiele mit großer Leidenschaft Billard als Mitglied des Pool Billard Club Lübeck e.V., lese leidenschaftlich gern und viel und beschäftige mich – natürlich – mit Science-Fiction-Büchern und -Filmen.