Fantastische Literatur und Filme

Aufnahme von einer Masse von Science-Fiction-Büchern, -DVDs und -Blurays aus meinem Besitz -- dem Thema von "Astron Alpha"

Willkommen auf Astron Alpha – meiner Webseite für Science-Fiction-Besprechungen!

 

Astron Alpha bietet ausführliche, kritische Rezensionen von Spielfilmen und von Büchern – Romane, Anthologien und Sachbücher  zur Science-Fiction. Anspruchsvolle Meisterwerke des Genres werden ebenso gewürdigt wie einfältige B-Movies oder Unterhaltungsromane, und auch richtig schlechte Trashfilme oder schundige Heftromane werden nicht ausgeklammert. Ein gewisser Schwerpunkt liegt bei meinen Rezensionen auf älteren und entlegeneren Filmen und Büchern. Ich liebe Science-Fiction, aber nerdige Engstirnigkeit liegt mir fern – für mich steht vor allem der sense of wonder und der Unterhaltungswert der Science-Fiction, weniger ihre „Wissenschaftlichkeit“ im Vordergrund. Diese Webseite ist ein privates Hobby von mir, das keinerlei Erwerbsinteressen verfolgt. Sämtliche Artikel habe ich selbst verfasst. Mein Name ist Michael Haul, und wer mehr über mich wissen will, der klicke auf den Menü­punkt Thema oder auch hier.

 

Allgemein gilt: Meine Besprechungen enthalten in der Regel Spoiler – wer sie vermeiden will, sollte also die Bespre-chun­gen erst dann lesen, nachdem er die besprochenen Werke selbst genossen hat. Die Begründung meiner Auffas-sung zum Spoilerproblem habe ich auf der Thema-Seite dargelegt.

 

Astron Alpha ist im Januar 2016 an den Start gegangen und wird fortwährend mit neuen Artikeln gefüllt. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!


Neueste Artikel

Uhrwerk Orange (GB 1971)

 

Stanley Kubricks Uhrwerk Orange nach einem Science-Fiction-Roman von Anthony Burgess ist aufgrund der nur schwer erträglichen, nihilistischen Darstellung von Jugendgewalt bis heute sein mit Abstand umstrittenster Film geblieben. Die Kriti­ken waren fast einhellig vernichtend: Sie sahen in dem Werk eine prätentiöse Glori­fizierung der Gewalt, deren gesellschaftskritische Attitüde nur aufgesetzt ist. Nun, darüber lässt sich bis heute trefflich streiten. Eines aber ist sicher: Der Film ist nach wie vor ein atemberaubend intensives, verstörendes, überaus präzise inszeniertes Kinoerlebnis – Kino-Kunst allererster Güte.


Pressefoto zum Kinoserial "Flash Gordon Conquers the Universe" (USA 1940); Carol Hughes als Dale Arden und Larry "Buster" Crabbe als Flash Gordon

Flash Gordon Conquers the Universe (USA 1940)

 

Das dritte und letzte Kinoserial von Flash Gordon wird in der Filmkritik häufig als das schwächste angesehen, eine Meinung, die ich nicht ganz teilen kann. Es ist zwar bedauerlich, dass Jean Rogers für die Rolle der Dale Arden nicht mehr zur Verfügung stand und durch Carol Hughes ersetzt wurde. Ebenso kehrte Richard Alexander als Prinz Barin nicht mehr zurück, sodass Roland Drew die Rolle über­nahm und sie als Robin-Hood-Kopie spielte. Ansonsten aber ist das Serial so schwungvoll und actionreich wie eh und je – und wartet wieder mit einer Reihe abgedrehter Science-Fiction-Ideen auf.


Szenenfoto aus dem Kinoserial "Flash Gordon's Trip to Mars" (USA 1938); Beatrice Roberts und Charles Middleton

Flash Gordon’s Trip to Mars (USA 1938)

 

Das zweite Kinoserial von Flash Gordon, dem unerschrockenen Weltraumhelden, behält die altbewährte, tempo- und actionreiche Rezeptur bei und versammelt auch wieder sehr zur Freude des Publikums die aus dem ersten Serial bekannte Darstellerriege. Mit Azura, der Königin vom Mars mit magischen Fähigkeiten, bietet das Serial sogar eine neue Schurkin auf. Es gibt wieder eine ganze Reihe neuer Ideen und Gadgets, die hier eingebracht wurden. Im mittleren Drittel erlahmt der Schwung ein wenig, und die erotische Dynamik des ersten Serials wurde leider auch aufgegeben. Dennoch macht Flashs Trip zum Mars großen Spaß.


Szenenfoto aus dem Kinoserial "Flash Gordon" (USA 1936); Larry Buster Crabbe und Jean Rogers

Flash Gordon (USA 1936)

 

Der vom Illustrator und Comiczeichner Alex Raymond (1909–1956) erfundene Science-Fiction-Held Flash Gordon enterte zwei Jahre nach seinem Einstand als Comicstrip in den Sonntagsbeilagen der amerikanischen Zeitungen in diesem Kino­serial von Universal zum ersten Mal die Kinoleinwand. Larry „Buster“ Crabbe (1908–1983) als energiegeladener Held Flash und Jean Rogers (1916–1991) als bezaubernde, schwungvolle Dale Arden erwiesen sich als Idealbesetzungen, und das Serial wurde ein riesiger Erfolg. Heute gilt das temporeiche, überaus unterhaltsame Serial als Klassi­ker, führte es doch die Space Opera im Science-Fiction-Kino ein.


Szenenfoto aus "Gefahr aus dem Weltall" (It Came from Outer Space, USA 1953); Russell Johnson

Gefahr aus dem Weltall (USA 1953)

 

Jack Arnolds erster Science-Fiction-Film für Universal-International, in 3-D gedreht, war auf Anhieb ein Volltreffer: Arnold setzte den Plot nach einer Grundidee von Produzent William Alland und einem klugen Drehbuch von Science-Fiction-Autor Ray Bradbury in einer eleganten, stimmungsvollen Inszenierung um, in der lange offen bleibt, ob die Außerirdischen, die mit ihrem Raumschiff in der Wüste Arizonas abgestürzt sind, eine Bedrohung darstellen oder friedfertig sind. Der Film bietet eine originelle Reflexion über Xenophobie. Da stört es kaum, dass die wahre Ge­stalt der Außerirdischen recht lächerlich geraten ist.


Szenenfoto aus "Der Tag, an dem die Erde stillstand" (The Day the Earth Stood Still, USA 1951); der Roboter Gort

Der Tag, an dem die Erde stillstand (USA 1951)

 

Robert Wise (1914–2005) inszenierte mit diesem Film einen großartigen Science-Fiction-Klassiker. Der Außerirdische Klaatu (Michael Rennie) und sein Roboter Gort kommen in einer fliegenden Untertasse auf die Erde, um die Menschheit zu mah­nen, das Universum nicht mit Atomwaffen und neuerlichen Kriegen zu bedrohen; wenn die Menschheit die Warnung nicht beherzigt, droht ihr die Auslöschung. Spannend und elegant mit Mitteln des Film-Noir inszeniert, voller allegorischer Bezüge auf die Heilsgestalt Jesus Christus und Reflexionen des Kalten Krieges, ist der Film ein intelligentes Stück Science-Fiction-Kino.


Szenenfoto aus "Der Tag, an dem die Erde stillstand" (The Day the Earth Stood Still, USA 2008) von Scott Derrickson; der Roboter Gort

Der Tag, an dem die Erde stillstand (USA 2008)

 

Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) von Robert Wise gilt zu Recht als einer der ganz großen Science-Fiction-Klassiker. Der Film war damals eine Mahnung inmitten des Kalten Krieges, in Zukunft von Kriegen abzusehen. Scott Derricksons Remake von 2008 versuchte sich an einer Modernisierung des Stoffs: In seinem Film kommt der Außerirdische Klaatu mit dem Auftrag auf die Erde, die Ökologie unseres blauen Planeten vor uns Menschen zu beschützen. Leider ist der Film unerträglich prätentiös und Keanu Reeves Klaatu ein unsympathischer Massen­mörder an der Menschheit. Eine schlimme Verballhornung des Originals.


Ausschnitt des Covermotivs des Romans "Der Orchideenkäfig" von Herbert W. Franke, in zweiter Auflage (1982) im Wilhelm Goldmann Verlag

Herbert W. Franke: Der Orchideenkäfig (1961)

 

Mit seinem zweiten Roman Der Orchideenkäfig bewies Herbert W. Franke ein wei­teres Mal, weshalb er zu den meist geschätzten Science-Fiction-Autoren deutscher Zunge zählt. Der höchst originelle Roman, der in fernster Zukunft spielt, beschäftigt sich mit der Frage, wie das Leben einer von allen Pflichten entbundenen, hochtech­nisierten Zivilisation, ob menschlich oder außerirdisch, aussehen könnte. Seine Antwort ist eine erschütternde Horrorvision, die immer noch hochaktuell scheint, da sie, nahezu prophetisch, bereits die schädlichen Folgen virtueller Online-Welten und die Grundidee der Matrix-Filme vorweg nimmt.


Szenenbild aus dem Film "Europa Report" (USA 2013) von Sebastián Cordero

Europa Report (USA 2013)

 

Dieser von Sebastián Cordero mit einem winzigen Budget in Brooklyn (New York) gedrehte Independent-Film ist eine wahre Hard-SF-Perle: Hervorragende CGI, die den Film deutlich teurer aussehen lässt, als er war, sowie sehr gute Schauspieler, allen voran Sharlto Copley (District 9, Elysium), erwecken eine Story zum Leben, in der die wissenschaftliche Erforschung des eisigen Jupitermondes Europa und eben nicht der Hollywood-übliche Action-Krawall im Zentrum steht. Auch wenn sich Cordero zum Ende hin dann doch zu dick aufgetragene dramatische Kniffe bemüht, ist dieser Film ein großartiges Science-Fiction-Erlebnis.


Ausschnitt des Covermotivs des Romans "Die Glasfalle" von Herbert W. Franke, in zweiter Auflage (1981) im Wilhelm Goldmann Verlag

Herbert W. Franke: Die Glasfalle (1962)

 

Mit seinem dritten Roman Die Glasfalle setzte Herbert W. Franke (geb. 1927), einer der renommiertesten Autoren intelligenter Science-Fiction, ein weiteres gehobe­nes Glanzlicht des Genres. Nachdem die Erde in einem Atomkrieg völlig vernichtet wurde, hat ein mit einem Raumschiff geflohener kläglicher Rest der Menschheit einen unwirtlichen, ebenfalls radioaktiven Planeten besiedelt – und dort eine streng militärisch organisierte, faschistische Gesellschaft geschaffen, aus der kaum ein Ausbrechen möglich ist. Ein extrem düsteres, klaustrophobisches Szenario, das packend und stilistisch geschliffen geschrieben ist.


Ausschnitt aus dem Covermotiv des Buchs "Der Science Fiction Film" (1983) von Christian Hellmann

Christian Hellmann: Der Science Fiction Film (1983)

 

Der ehrwürdige Wilhelm-Heyne-Verlag hat in seiner noch ehrwürdigeren Reihe Heyne Filmbibliothek dieses Buch über den Science-Fiction-Film veröffentlicht. Ein Glanzlicht der Science-Fiction-Filmkritik ist dem Autor Christian Hellmann aller­dings nicht gelungen, im Gegenteil: Das Buch wirkt im Großen und Ganzen von Georg Seeßlens hervorragendem Buch Kino des Utopischen (1980) abgeleitet, zum Teil fast abgeschrieben, wobei es die tiefenpsychologischen und politischen Aus­deutungen oft stark verkürzt und simplifiziert. Zudem sind die movie stills im Buch von erbärmlicher Qualität.


Ausschnitt aus dem Buchcover von Jürgen Menningen, "Filmbuch Science Fiction" (Köln 1975)

Jürgen Menningen: Filmbuch Science Fiction (1975)

 

Dieses Buch ist eines der ersten über Science-Fiction-Filme, das überhaupt in deut­scher Sprache erschienen ist. In erster Linie ist es ein üppig illustrierter Bildband mit zahlreichen movie stills in Schwarzweiß und erstklassiger Bildqualität. Es enthält aber auch ein vierseitiges Essay über die Natur des Science-Fiction-Kinos und einen durchgängigen, erläuternden Text, der locker thematisch gegliedert ist, auch wenn es keine Kapitelüberschriften gibt. Leider gibt sich Menningens Text reichlich prätentiös: Er gibt sich intellektuell anspruchsvoll, haut meines Erachtens in seiner Kennzeichnung des Genres aber allzu oft daneben.


Szenenfoto aus dem Film "District 9" (Südafrika/Neuseeland 2009); ein Prawn

District 9 (Südafrika/Neuseeland 2009)

 

Der aus Südafrika stammende, seit Längerem in Kanada lebende Regisseur Neill Blomkamp (geb. 1973) hat in seiner Kindheit noch die letzten Züge der Apartheid in Süd­afrika miterlebt. Sein Spielfilmdebut District 9 ist eine mitreißende, brutale und schonungslose Abrechnung mit dem Rassismus, der einst in seinem Heimatland regierte und aber auch heute noch weltweit traurige Triumphe feiert. Auf der Erde gestrandete Aliens werden vor den Toren Johannesburgs in einem unwürdigen Ghetto interniert und sollen nun zwangsumgesiedelt werden. Der Film ist einer der besten Science-Fiction-Streifen der letzten zehn Jahre.


Robby der Roboter aus dem Film "Alarm im Weltall" (Forbidden Planet, USA 1956)

Alarm im Weltall (USA 1956)

 

Dieser Film ist die mit Abstand prächtigste, aufwendigste und teuerste Space Ope-ra der Fünfzigerjahre gewesen und gilt heute völlig zu Recht als ein Meilenstein des Science-Fiction-Kinos. Die Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, stolz auf ihren Ruf als das glamouröseste und hochwertigste Studio Hollywoods, wollten sich nicht lumpen lassen und schufen einen Film, der optisch alle Wünsche der Fans erfüllt, bis hin zu einem coolen Roboter. Vor allem aber hat der Film eine ungewöhnlich intelligente Story, die die Tiefen der menschlichen Psyche auslotet, und ist zumin­dest hierin auch heute noch modern. Ein wunderbarer Film.


Ausschnitt aus dem Buchcover von Dennis Feltham Jones, "Colossus" (1966) vom Goldmann Verlag

Dennis Feltham Jones: Colossus (1966)

 

Der Roman aus der Feder des britischen Science-Fiction-Autors D. F. Jones (1917–1981), mit Colossus (1970) von Joseph Sargent ziemlich getreu verfilmt, ist in seinem Stil vielleicht ein wenig spröde und kühl, besticht jedoch als lupenreine, intelligen­te Hard-SF. Der geniale Informatiker Dr. Forbin hat in naher Zukunft für die US-Regierung einen Supercomputer konstruiert, dem fatalerweise die Kontrolle über die Atomwaffen anvertraut wird. Es bleibt unklar, wie der Computer plötzlich ein Bewusstsein entwickeln konnte, doch ansonsten ist der Roman ein spannendes Gedankenexperiment.


Eric Braeden in einer Szene aus dem Film "Colossus -- The Forbin Project" (USA 1970)

Colossus (USA 1970)

 

Der smarte Science-Fiction-Thriller von Joseph Sargent ist einer der ersten Filme, der die damals aufkommende Computertechnik in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Ein kolossaler Supercomputer, dem unvorsichtigerweise die Kontrolle aller Atomwaffen der USA übergeben wurde, strebt nach der Weltherrschaft – und es gibt keinen Ausschalter! Der elegant inszenierte Film schwelgt in elektronischer Technik, die damals Up-to-date war, und Informatiker wie Dr. Forbin (Eric Braeden) sind hier noch keine verpeilten Nerds, sondern angesehene Wissenschaftler in Anzügen – und obendrein selbstbewusste Womanizer.


Das Monster aus dem Film "It! The Terror from Beyond Space" (USA 1958)

It! The Terror from Beyond Space (USA 1958)

 

Dieser billig produzierte Monsterschocker von Edward L. Cahn (1899–1963) ist vielerlei Hinsicht ein interessanter Eintrag ins Creature-Feature-Genre. So ist der Exploitationstreifen effektvoll inszeniert und bietet ein ziemlich spektakuläres Monster auf. Das Drehbuch schrieb kein Geringerer als Jerome Bixby (1923–1998), der später die Drehbücher zu Die phantastische Reise (1966) und einigen Star Trek-Folgen verfassen sollte. Vor allem aber gilt It! als der Film, bei dem Drehbuchautor Dan O’Bannon für Ridley Scotts Alien (1979) geklaut haben soll. Indes: Alien und seinen Opa im Geiste trennen cineastisch dann doch Welten.


Ausschnitt aus dem Buchcover von Rolf Giesen, "Sagenhafte Welten" (1990)

Rolf Giesen: Sagenhafte Welten (1990)

 

Der renommierte Filmjournalist und Autor Rolf Giesen hat 1990 mit seinem Buch Sagenhafte Welten einen unterhaltsamen Schmöker über das Science-Fiction-, Horror- und Fantasykino vorgelegt, der auch heute noch lesenswert ist. Giesen un­ternimmt einen lockeren Streifzug durch das fantastische Kino und hat dabei eine ganze Menge interessanter Anekdorten und Hintergrundinfos zu den Produktions­geschichten der Filme im Koffer. Er spart allerdings auch nicht mit Polemik, insbe­sondere gegen die damals gerade aufkommende CGI und die Brutalisierung des Horrorkinos, die rückblickend etwas rührend Naives an sich hat.


Patricia Laffan in einem Szenenfoto aus dem Film "Devil Girl from Mars" (UK 1954)

Devil Girl from Mars (GB 1954)

 

Dieser in den Shepperton Studios in Surrey entstandene Science-Fiction-cheapie, eine britische Imitation ähnlicher Filme aus den USA, gilt im Fandom seit Langem als „Kultfilm“, um diesen vielgenutzten Begriff ein weiteres Mal zu bemühen. Es ist unschwer zu sehen, wie der Film diesen Status erlangen konnte: Patricia Laffan bril-liert hier als in Lack und Leder gekleidete, überaus herrisch auftretende Marsiane-rin, die gekommen ist, um irdische Männer als Deckhengste für die heimischen Frauen zu entführen – eine Domina aus dem All! Der Film macht Spaß und ist hand­werklich überraschend sorgfältig gemacht.


Szenenfoto aus dem Film "Naufrágos -- Gestrandet" (Spanien 2001)

Náufragos – Gestrandet (Spanien 2001)

 

Spanien hat sich im Genrekino in erster Linie mit bemerkenswerten Horrorfilmen wie [Rec] (2007) hervorgetan. Die valencianische Schauspielerin María Lidón ging einen anderen Weg und versuchte sich in ihrem Regiedebut an einem Science-Fiction-Drama auf dem Mars. Die Low-Budget-Produktion, deren Marsaufnahmen in der felsigen Vulkanlandschaft auf Lanzarote entstanden, hat eine spannende Grundidee, einen entschiedenen Indie-Anstrich und akzeptable Spezialeffekte. Ein bemerkenswerter, irgendwie fesselnder Film – und das, obwohl er auch recht behäbig ist und sein dramatisches Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.


Paul Mantee in einem Szenenfoto aus dem Film "Robinson Crusoe auf dem Mars" (Robinson Crusoe On Mars, USA 1964)

Robinson Crusoe auf dem Mars (USA 1964)

 

Ridley Scotts überaus erfolgreicher Der Marsianer (2015) ist in gewisser Hinsicht ein Remake dieses farbenprächtigen, seinerzeit im Kino floppenden Marsabenteuers von Byron Haskin (1899–1984). Der Astronaut Chris Draper stürzt mit seiner Lande­kapsel auf dem roten Planeten ab und muss nun einen Weg finden, sein Überleben zu bewerkstelligen. Das Drehbuch greift ihm dabei mit günstig eingerichteten, wis­senschaftlich unhaltbaren Umständen gehörig unter die Arme. Nichtsdestotrotz hätte die Robinsonade auf dem Mars ein spannendes Drama werden können. Statt­dessen ist der Film leider sehr behäbig und steif geraten.


Ausschnitt vom Buchcover von Glenn Erickson, "Sci-Fi Savant" (2011)

Glenn Erickson: Sci-Fi Savant (2011)

 

Der in Los Angeles lebende Filmcutter Glenn Erickson kennt als Insider das Filmge­schäft aus dem Effeff und zählt seit fast 20 Jahren zu den profiliertesten Filmkriti­kern im Internet. Seine Web-Kolumne DVD Savant ist längst zur klassischen Refe­renz profunder Filmkritiken geworden, und das nicht allein für Science-Fiction-Filme. In seinem Buch Sci-Fi Savant hat der Autor 116 Kritiken von Science-Fiction-Filmen von Metropolis (1927) bis Avatar (2009) versammelt, die zuvor in seiner Web-Kolumne erschienen sind. Dass er die Texte allesamt leicht überarbeitete, war allerdings nicht unbedingt eine glückliche Entscheidung.


Szenenfoto aus dem Film "Planet der Stürme" (Planeta Bur, UdSSR 1962)

Planet der Stürme (UdSSR 1962)

 

Dieses Raumfahrtabenteuer von Pawel Kluschanzew (1910–1999) gilt gemeinhin als die beste aller Space Operas, die in den Filmstudios der Sowjetunion entstanden sind. In der Tat präsentiert der Film, der von der ersten bemannten russischen Ex-pedition zur Venus erzählt, eine Fülle üppiger visueller Einfälle: schicke Raumschiff-modelle, ausgefeilte Raumanzüge, von bizarren Pflanzen bewachsene venusische Steinwüsten, ein überaus vielseitiger Roboter und ein Unterwasserreich à la Jules Verne. Mit alledem unterhält der Film recht gut; zudem ist er vergleichsweise schwungvoll inszeniert. Nostalgiker werden es lieben!


Szenenfoto aus dem Film "Panik in New York" (The Beast from 20.000 Fathoms, USA 1953); der Rhedosaurus

Panik in New York (USA 1953)

 

Mit dem ersten Kinofilm, bei dem er die Stop-Motion-Animation vollständig selbst plante und ausführte, schuf die Tricklegende Ray Harryhausen (1920–2013) nicht nur den ersten Giant-Monster-On-The-Loose-Streifen der Fünfzigerjahre, der eine ganze Reihe ähnlicher Monsterfilme nach sich zog, sondern auch einen der spekta­kulärsten und großartigsten Dinosaurierfilme überhaupt. Sein mit mattes und Rück­projektionen operierendes „Dynamation“-Verfahren verschmolz die Animation na­hezu perfekt mit den realen Aufnahmen, und die Grazie und die natürlichen Bewe­gungen seines Rhedosaurus begeistern noch heute.


Szenenfoto aus dem Film "Santa Claus Conquers the Martians" (USA 1964)

Santa Claus Conquers the Martians (USA 1964)

 

Als bizarr-abseitiger Spaß in der Vorweihnachtszeit kann dieser furchtbar schlecht gemachte, beinahe grenzdebile Weihnachtsfilm durchaus auch heute noch amü­sieren – zugegebenermaßen in engen Grenzen. Traditionell gilt der Film, in dem der Weihnachtsmann von Außerirdischen zum Mars ent­führt wird, um dort die marsia­nischen Kinder glücklich zu machen, als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Allerdings wird dabei oft vergessen, dass Santa Claus ein Kinderfilm ist, der sich keinen Augenblick ernst nimmt. Und er ist einer der seltenen Fälle, in denen das Thema Weihnachten mit Science-Fiction-Motiven verquickt worden ist.


Szenenbild aus dem Film "The Monster that Challenged the World" (USA 1957)

Alarm für Sperrzone 7 (USA 1957)

 

Dieser schicke Fünfzigerjahre-Monsterstreifen, besser bekannt unter seinem Origi­naltitel The Monster that Challenged the World, fuhr zur schaurigen Unterhaltung des Autokino-Publikums eine radioaktive, prähistorische Riesenmolluske auf, die im kalifornischen Saltonsee arglosen junge Badenden alle Flüssigkeit aus dem Leib saugt. Bemerkenswert gut getrickst, mit einem überdurchschnittlich guten Dreh­buch und soliden Schauspielern, überzeugt der Film als ein properer Genrebeitrag, der beinahe an die Qualität der Genrefilme von Jack Arnold heranreicht – die er unverkennbar zu kopieren versucht.


Szenenfoto aus dem Film "Lifeforce -- Die tödliche Bedrohung" (UK 1985)

Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (GB 1985)

 

Ein wüster Genremix aus Science-Fiction, Zombiefilm, Vampirfilm und Okkultismus, heillos unlogisch verrührt, voller Schockmomente und als Sahnehäubchen die voy­euristische Lust an der splitternackt durch den Film schreitenden, wunderschönen Hauptdarstellerin Mathilda May – das ist Tobe Hoopers Lifeforce – Die tödliche Bedrohung. Man mag den Film aggressiv auf Effekte kalkuliert nennen, und es ist klar, dass damals die naserümpfende, versnobte Science-Fiction-Kritik kein gutes Haar an dem Film ließ. Für viele ist der Film heute jedoch „Kult“, wie man so zu sagen pflegt. Auf jeden Fall macht er einen Heidenspaß.


Coverbild des Buchs von Larry Niven, "Brennans Legende" (1973) in der Bastei-Lübbe-Ausgabe von 1999

Larry Niven: Brennans Legende (1973)

 

Im „Ringwelt-Universum“ von Larry Niven (geb. 1938) zählen die sogenannten Pak-Protektoren zu den interessantesten Spezies, und das nicht nur, weil sie in Nivens fabulierter Welt vor 2,5 Millionen Jahren die Vorfahren der Menschheit auf der Erde angesiedelt und später die berühmte Ringwelt gebaut haben. In diesem Roman er­fährt man mehr über die Hintergründe und die Herkunft der Pak-Protektoren, so­dass er für jeden Fan des Ringwelt-Universums eine willkommene Lektüre darstellt. Ansonsten leidet der Roman leider unter denselben Schwächen wie Die Welt der Ptavv (1966): Er ist viel zu hektisch und dürr erzählt.


Covermotiv vom Buch von Larry Niven, "Die Welt der Ptavv" (1966) in der Ausgabe von Bastei-Lübbe aus dem Jahr 2000

Larry Niven: Die Welt der Ptavv (1966)

 

Der Debutroman des Altmeisters gediegener Space Operas Larry Niven (geb. 1938) ist ein reichlich pulpig anmutendes Weltraumabenteuer: rasant erzählt, mit einer Vielzahl von Wendungen und Schauplätzen und einem Plot, der sich über Milliar­den von Jahren und die halbe Galaxis erstreckt. Vieles wirkt hier maßlos übertrie­ben, insbesondere die schier maßlosen telepathischen Fähigkeiten der sogenann­ten Thrint, einer uralten, höchst machtversessenen Rasse, die einst das Leben auf der Erde ausgesät hat. Leider wird das Geschehen schmucklos und viel zu knapp erzählt, was leider zulasten des Unterhaltungswertes geht.


Szenenfoto mit der marsianischen Intelligenz aus dem Film "Invasion vom Mars" (Invaders from Mars, USA 1986) von Tobe Hooper

Invasion vom Mars (USA 1986)

 

Nach dem wüsten Science-Fiction-Schocker Lifeforce (1985) drehte Tobe Hooper für Cannon Pictures überraschenderweise ein Remake des Science-Fiction-Klassi­kers Invasion vom Mars (1953) von William Cameron Menzies. Viele Kritiker hielten ein Remake ausgerechnet von diesem Film für überflüssig und nicht zeitgemäß. Auf Kinder wirkte der Film trotzdem ähnlich beängstigend-schaurig wie schon das Original drei Jahrzehnte zuvor. Nüchtern betrachtet wiederholt der Film allerdings leider die logischen Schwächen des Vorgängers, den er extensiv zitiert. Das grob­schlächtige Schauspiel tut ein Übriges, sodass der Film insgesamt enttäuscht.


Luce Potter in einem Szenenfoto aus dem Film "Invasion vom Mars" (Invaders from Mars, USA 1953)

Invasion vom Mars (USA 1953)

 

Dieser surreale, albtraumhaft konstruierte kleine Schocker von William Cameron Menzies (1896–1957), einem der größten Produktionsdesigner Hollywoods, lehrte Anfang der Fünfzigerjahre Scharen von Kindern im Kino das Fürchten – unter ande­rem Steven Spielberg. Der Film zählt längst zu den großen Klassikern des Science-Fiction-Kinos. Seine Infantilität ist dabei kein Manko, sondern Prinzip: Der Film erzählt die Geschichte konsequent aus der Perspektive und dem Erleben seines kindlichen Hauptdarstellers, dessen Fantasie von der red scare der Erwachsenen, von Comics und von Pulps bevölkert ist.


Covermotiv vom Buch von Larry Niven, "Die Flotte der Puppenspieler" (Fleet of Worlds, 2007) in der Ausgabe von Bastei-Lübbe von 2008

Larry Niven/Edward M. Lerner: Die Flotte der Puppenspieler (2007)

 

Für seine jüngeren Romane, die im „Ringwelt-Universum“ oder auch dem soge­nannten „Known Space“ angesiedelt sind, hat der kalifornische Autor Larry Niven (geb. 1938) sich Schützenhilfe von Edward M. Lerner (geb. 1949) geholt. Bei der Lektüre, die in ihrem Stil deutlich ruhiger und abgeklärter ausfällt als bei Nivens älteren Ringwelt-Romanen, beschleicht einen das Gefühl, dass Lerner hier vermut­lich die Hauptarbeit geleistet hat. Das tut dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch: Die Flotte der Puppenspieler ist ein überzeugendes Weltraumabenteuer, das end­lich mehr Licht in die geheimnisvolle Zivilisation der Puppenspieler bringt.


Szenenfoto aus dem Film "Der schweigende Stern" (DDR/Polen 1960) von Kurt Maetzig mit dem Roboter Omega

Der schweigende Stern (DDR/Polen 1960)

 

Kurt Maetzigs in den DEFA-Studios in Babelsberg gedrehtes Raumfahrtabenteuer nach einem Roman von Stanisław Lem ist ein schick anzuschauendes Stück Hard-Science-Fiction-Kino. Tricktechnisch ganz auf der Höhe der Zeit, im Design vielfach höchst einfallsreich und visuell opulent, geriet der Film dramaturgisch leider auch überaus steif. Zudem wird es dem Zuschauer auch nicht leicht gemacht, der kon-fusen Handlung logisch zu folgen. Dennoch brilliert Der schweigende Stern noch heute als einer der ambitioniertesten fantastischen Filme, die je im Deutschland der Nachkriegszeit entstanden sind.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Eden" (1959) von Stanislaw Lem, in der Ausgabe vom Wiener Verlag (Himberge bei Wien)

Stanisław Lem: Eden (1959)

 

In Lems drittem Science-Fiction-Roman verabschiedet sich der polnische Autor vom sozrealistischen Kitsch der beiden Vorgänger und dämpft auch die klassische Raumfahrtromantik der Fünfzigerjahre. Stattdessen bemüht er sich in nüchterner Sprache darum, im Rahmen des Genres zu einer ernsthaften und wohldurchdach­ten Speku­lation zu gelangen: Ist es dem Menschen überhaupt möglich, eine außer­irdische, völlig fremdartige Zivilisation zu verstehen? Der Ansatz ist gut, nur schei­tert das Buch literarisch leider kläglich: Der Lesefluss ist fürchterlich zäh, und an­schau­lich wird hier trotz vieler wortreicher Schilderungen kaum etwas.


Motiv vom Kinoplakat von "Krieg der Welten" (USA 2005) von Steven Spielberg

Krieg der Welten (USA 2005)

 

Steven Spielbergs Neuverfilmung des Science-Fiction-Klassikers von 1953, basie­rend auf H. G. Wells’ Roman von 1897, ist mehr als nur ein auf Tom Cruise zuge­schnittenes Starvehikel. Trotz einer ganzen Reihe von logischen Schwächen und unglaubwürdigen Erzählelementen begeistert der Film als packender, markerschüt­ternder Horrortrip allererster Güte. Hier wird unerbittlich ausgemalt, was der Über­fall technologisch überlegener Aliens auf die Erde bedeuten würde: Die totale Nie­derlage wäre unausweichlich. Wells’ Bazillen sind da nicht mehr als ein nicht ernst zu nehmender deus ex machina, der das Happy End ermöglicht.


Ann Robinson in einem Szenenfoto von "Kampf der Welten" (The War of the Worlds, USA 1953) von Byron Haskin und George Pal

Kampf der Welten (USA 1953)

 

Trotz gelegentlichem Interesse an dem Stoff hatte es über 50 Jahre gedauert, bis H. G. Wells’ klassischer Roman Krieg der Welten (1897) zum ersten Mal verfilmt wurde. Produzent George Pal aktualisierte die Geschichte, indem er sie ins zeitgenössische Kalifornien verlegte und auf die schwelenden Ängste des Atomzeitalters bezog. Es entstand ein prächtiges, vor Spezialeffekten nur so strotzendes Actionfeuerwerk. Kampf der Welten ist nicht nur der Urknall aller Alien-Invasionsfilme, sondern auch aller extravaganten, effektebetonten Science-Fiction-Blockbuster. Zweifellos einer der wichtigsten Meilensteine des Science-Fiction-Kinos.


Eine Illustration von Henrique Alvim Corrêa (1876–1910) von 1903 zum Roman "The War of the Worlds" (1897) von H. G. Wells

H. G. Wells: Krieg der Welten (1897)

 

Vielleicht der berühmteste Roman der Science-Fiction-Literatur überhaupt, ist Krieg der Welten von Herbert George Wells (1866–1946) zugleich die Mutter aller Alien-Invasionsgeschichten. Hier werden die außerirdischen Besucher zum aller­ersten Mal als erbarmungslose Eroberer dargestellt, die sengend und mordend über die Menschheit herfallen. Der Roman ist eine brillante Parabel auf den Hoch­mut der imperialistischen Großmächte des fin de siècle. Darüber hinaus wirkt er aber auch noch immer sehr frisch und modern und ist ein überaus spannendes Lesevergnügen.


Die Vernichtung der Erde in einem Szenenfoto aus dem Film "Der jüngste Tag" (When Worls Collide, USA 1951) von Rudolph Maté und George Pal

Der jüngste Tag (USA 1951)

 

In diesem naiven Weltuntergangsepos von George Pal (19081980) wird es ernst: Es ist der erste Spielfilm, in dem die Erde in eine fremde, herannahende Sonne stürzt und somit nicht nur beinahe, sondern tatsächlich ausgelöscht wird. Trotz dieser be-merkenswert düsteren Prämisse ist der Film die vielleicht optimistischste Welt-untergangserzählung aller Zeiten: Einer Handvoll Menschen gelingt es, rechtzeitig ein Raketenschiff zu bauen und sich damit auf den paradiesischen Begleitplaneten der fremden Sonne zu retten. Eine altbackene, nichtsdestotrotz aber sehr gut gemachte Science-Fiction-Version der biblischen Arche-Noah-Geschichte.


Die Rakete Luna auf dem Mond in dem Film "Endstation Mond" (Destination Moon, USA 1950) von Irving Pichel und George Pal

Endstation Mond (USA 1950)

 

Dieser Raumfahrtfilm gilt als der Urvater des modernen Science-Fiction-Kinos, das sich deutlich von den schwarzweißen mad scientist-Streifen der Vierzigerjahre ab­hob und entschlossen in den Weltraum ausgriff. Zugleich markiert er den Einstand des berühmten Science-Fiction-Filmproduzenten George Pal (1908–1980), dem „George Lucas der Fünfzigerjahre“, in der Produktion von Live-Action-Filmen. Der Film ist naiv und dramaturgisch überaus dröge, doch bietet er exzellente Spezial­effekte, die noch heute begeistern können, und nimmt es mit der technischen Glaubwürdigkeit ernst wie kein zweiter Science-Fiction-Film jener Dekade.


Der Kosmokrator in dem Film "Der schweigende Stern" (DDR/Polen 1960) von Erwin Maetzig

Stanisław Lem: Die Astronauten (1951)

 

Stanisław Lems Debutroman, der später als literarische Vorlage für Kurt Maetzigs Science-Fiction-Film Der schweigende Stern (DDR/Polen 1960) diente, erzählt ein dramatisches Raumfahrtabenteuer auf der Venus, auf der sich eine hochstehen­de Zivilisation in einem totalen Atomkrieg selbst ausgelöscht hat. Der Roman ist rettungslos naiv und gehaltlich ganz auf den Sozialistischen Realismus einge­schworen, der eine leuchtende, konfliktfreie kommunistische Zu­kunft erwartet. Nichtsdestotrotz ist das Buch spannend und unterhaltsam.


Der Roboter Sonny in dem Film "I, Robot" (USA 2004) von Alex Proyas

I, Robot (USA 2004)

 

Will Smith (geb. 1968) hat eine Menge sehr erfolgreicher Science-Fiction-Filme gedreht – von denen die meisten leider auch sehr albern und flach daherka­men. Ganz frei von diesen Schwächen ist auch I, Robot nicht, und überdies nervt das aufdringliche Product-Placement, doch alles in allem ist der Film überdurch­schnitt­lich intelligentes Science-Fiction-Kino. Der als Konsumprodukt konzipierte Roboter Sonny wird von seinem Roboterentwickler mit Künstlichem Bewusstsein geboos­tet – und durchleidet prompt eine Identitätskrise. Die Frage, was das Be­wusstsein wirklich ausmacht, ist nach wie vor überaus spannend.


Ausschnitt vom Buchcover vom Roman "Solaris" (1961) von Stanislaw Lem in der Ausgabe vom Kaiser Verlag Klagenfurt 1981

Stanisław Lem: Solaris (1961)

 

In den Siebzigerjahren wurde Stanisław Lem wie kein Zweiter als der langersehnte Erlöser der Science-Fiction-Literatur gefeiert, der sich anschickte, dem Genre end-lich zu intellektueller Seriosität zu verhelfen. Damit war Lem zweifellos erfolgreich, wie Solaris, sein mit Abstand berühmtestes Werk, beweist. Der Roman ist eine ge-schickt erzählte Meditation über die anthropologischen Grenzen der menschlichen Erkenntnis  gerade auch über das eigene Ich oder einen geliebten Mitmenschen. Scharfsinnig, doch nicht frei von Unschärfen, geschliffen formuliert, doch oft nur andeutend: Solaris bietet eine Fülle von vergnüglichem Denkfutter.


Ausschnitt vom Buchcover vom Roman "Projekt: Morgenröte" (The Sands of Mars, 1951) von Arthur C. Clarke, in der Ausgabe vom Goldmann Verlag 1983

Arthur C. Clarke: Projekt: Morgenröte (1951)

 

In seinem dritten Roman, den Arthur C. Clarke (1917–2008) in seiner langen Karriere veröffentlichte, schildert der englische, technikorientierte SF-Romancier alter Schule eine optimistische Vision von der künftigen Marskolonisation. Dabei hat er freilich die Dinge gehörig vereinfacht, indem er seinem Mars ein überaus mildes Klima, eine viel dichtere Atmosphäre und sogar eine bescheidene Biosphäre mit putzigen, känguruhartigen Marstieren spendierte. All das widersprach schon 1951 dem Stand der Forschung. Dem Unterhaltungswert des nostalgischen, etwas biederen Marsabenteuer tut das allerdings keinen Abbruch.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Gast im Weltraum" (1955) in der Ausgabe vom Verlag Volk und Welt 1956

Stanisław Lem: Gast im Weltraum (1955)

 

In diesem frühen Roman des gefeierten polnischen Stars der Science-Fiction-Lite-ratur, der im 32. Jahrhundert angesiedelt ist, wird der erste interstellare Flug der Menschheit zum Alpha-Centauri-Doppelsternsystem erzählt. Der Ich-Erzähler an Bord des luxuriösen Riesenschiffs Gea unterhält sich sehr viel über wissenschaft-liche und philosophische Themen – oder sinniert über seine Vergangenheit. Das Buch, das mit Ikarie XB 1 (CSSR 1963) auch verfilmt wurde, ist stark vom sozialisti-schen Realismus der Stalin-Ära geprägt und geriet stellenweise ziemlich schwüls-tig. Aber es bietet auch ein zauberhaftes Weltraumabenteuer mit viel Patina.


Ausschnitt vom Buchcover von John Scalzi, "The Rough Guide to Sci-Fi Movies" (2005)

John Scalzi: The Rough Guide to Sci-Fi Movies (2005)

 

John Scalzi (geb. 1969) kann unterhaltsame, spannende Space Operas schreiben – seine Krieg der Klone-Trilogie wusste zu gefallen. Im selben Jahr, als er sei­nen Durchbruch zum Bestsellerautor erlebte, versuchte sich Scalzi an einer Einführung in das Science-Fiction-Kino. Mehr als dafür Video­nächte zu bestreiten und an­schließend unreflektierte Urteile über die Filme hinzu­rotzen, die kaum über “cool” oder “boring” hinausgehen, kam dabei leider nicht heraus. Keine Einführung, nur die persönliche Favoritenliste eines Autors, der Star Wars für den großartigsten Film aller Zeiten hält. Ein ziemlich überflüssiges Buch. Leider.


 

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