Fantastische Literatur und Filme

Aufnahme von einer Masse von Science-Fiction-Büchern, -DVDs und -Blurays aus meinem Besitz -- dem Thema von "Astron Alpha"

Willkommen auf Astron Alpha – meiner Webseite für Science-Fiction-Besprechungen!

 

Astron Alpha bietet ausführliche, kriti­sche Rezensionen von Spielfilmen und von Büchern – Romane, Anthologien und Sachbücher – zur Science-Fiction. Anspruchsvolle Meisterwerke des Genres werden ebenso gewürdigt wie einfältige B-Movies oder Unterhaltungs­romane, und auch richtig schlechte Trashfilme oder schundige Heftromane werden nicht ausgeklammert. Ein gewis­ser Schwerpunkt liegt bei meinen Rezensionen auf älteren und entlege­neren Filmen und Büchern. Ich liebe Science-Fiction, aber nerdige Engstir­nig­keit liegt mir fern – für mich steht vor allem der sense of wonder und der Unterhaltungswert der Science-Fiction, weniger ihre „Wissen­schaftlich­keit“ im Vordergrund. Diese Webseite ist ein privates Hobby von mir, das keinerlei Erwerbsinteressen verfolgt. Sämtliche Artikel habe ich selbst ver­fasst. Mein Name ist Michael Haul, und wer mehr über mich wissen will, der klicke auf den Menü­punkt Thema oder auch hier.

 

Allgemein gilt: Meine Besprechungen enthalten in der Regel Spoiler – wer sie vermeiden will, sollte also die Bespre­chun­gen erst dann lesen, nachdem er die besprochenen Werke selbst ge­nos­sen hat. Die Begründung meiner Auffas­sung zum Spoilerproblem habe ich auf der Thema-Seite dargelegt.

 

Astron Alpha ist im Januar 2016 an den Start gegangen und wird fortwährend mit neuen Artikeln gefüllt. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!


Neueste Artikel

Ausschnitt aus dem Buchcover von "Ein Mord auf dem Mond" (The Patchwork Girl, 1980) von Larry Niven; Bastei-Lübbe-Verlag 1983

Larry Niven: Ein Mord auf dem Mond (1980)

 

Larry Niven hat mit seinem sogenannten Known Space eine Zukunftswelt geschaf­fen, in der er neben seinem Geniestreich Ringwelt (1970) eine enorme Fülle seiner Storys und Romane eingefügt hat. Dazu zählen auch fünf Abenteuer des ARM-Polizeidetektivs Gil Hamilton, von denen Ein Mord auf dem Mond die längste ist. Der Kurzroman ist eine ziemlich blasse Kriminalstory, die im Jahre 2126 auf dem Mond spielt, ohne nennenswerte Höhen und Tiefen dahinplätschert und einige unglaubwürdige Prämissen auffährt. Schade, denn von Larry Niven ist man sonst Interessanteres gewohnt.


Ausschnitt vom Buchcover zu dem Roman "Enceladus" (2017) von Brandon Q. Morris (d. i. Matthias Matting)

Brandon Q. Morris: Enceladus (2017)

 

Der studierte Physiker, Journalist und Sachbuchautor Matthias Matting (geb. 1966) hat mit Enceladus unter seinem Pseudonym Brandon Q. Morris einen lupenreinen, soliden Hard-SF-Roman vorgelegt, der den ersten Band seiner „Eismonde“-Tetralo-gie darstellt. Eine Raumsonde entdeckt in den Eisgeysiren des Saturnmondes Ence-ladus eindeutige Spuren von Leben, woraufhin im Jahre 2046 eine sechsköpfige Crew auf die über ein Jahr dauernde Reise zum Saturn geschickt wird, um die Ent-deckung zu überprüfen. Der Roman ist spannend und sehr kurzweilig, aber auch ziemlich trocken erzählt. Recht schickes Sci-Fi-Lesefutter!


Ausschnitt aus dem DVD-Cover zu dem Film "Buck Rogers" (Buck Rogers in the 25th Century, USA 1979)

Buck Rogers (USA 1979)

 

Buck Rogers, neben Flash Gordon der wohl populärste Weltraum-Actionheld aus der Ära vor Krieg der Sterne, erlebte in diesem von Universal produzierten Film nach vielen Jahrzehnten seine Auferstehung auf der großen Leinwand. Eigentlich der Pilotfilm zu einer TV-Serie, die es auf zwei Staffeln brachte, wurde er ähnlich wie der Pilotfilm der gleichzeitig produzierten TV-Serie Kampfstern Galactica zu­erst im Kino veröffentlicht. Der Streifen bietet ein munteres, futuristisches Action-Abenteuer im All mit einer spannenden Story, tollen Darstellern und überzeugen­den visuellen Effekten. Und er prunkt mit dem herrlichen Kolorit der Disco-Ära . . .


Szenenfoto aus dem Film "Auf dem Kometen" (Na Komete, CSSR 1970) von Karel Zeman; Dinosaurier, Dimetrodon

Auf dem Kometen (CSSR 1970)

 

Der tschechische Regisseur und Trickfilmer Karel Zeman (1910–1989) hat eine ganze Reihe bezaubernder fantastischer Filme gedreht, von denen viele auf Motiven von Jules Verne basieren und der berühmteste wohl Die Erfindung des Verderbens (1958) ist. Mit Auf dem Kometen schuf er eine filmische Adaption von Jules Vernes Roman Hector Servadac (1977), die wie Zemans andere Filme einen besonderen nostalgischen Charme entfaltet. Der Komet, auf den im Jahre 1888 französische Kolonialtruppen verschlagen werden, ist eine fantastische Welt, auf der sogar Dinosaurier leben. Seltsamerweise sind die Soldaten davon kaum beeindruckt.


Szenenfoto aus dem Film "Total Recall" (USA 1990) von Paul Verhoeven; Arnold Schwarzenegger

Total Recall (USA 1990)

 

Paul Verhoevens Science-Fiction-Actioner, basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, ist ein rabiat-brutales, schießwütiges und comichaft überzo­genes Starvehikel für Arnold Schwarzenegger, der maßgeblich die Produktion des Films angeschoben hatte. Aber entgegen vieler Kritiker von damals und heute halte ich den Film seiner literarischen Quelle weit überlegen; ne­ben allem Radau bietet der Film ein cleveres Spiel mit den Realitätsebenen, das er für den Zu­schauer nie auf­löst, sondern im Gegenteil ständig auf die Spitze treibt. Auch trick­technisch weiß das Abenteuer auf dem Mars zu überzeugen.


Buchcover (Ausschnitt) aus dem Roman "Blauer Mars" (Blue Mars, 1996) von Kim Stanley Robinson; Wilhelm Heyne Verlag 2016

Kim Stanley Robinson: Blauer Mars (1996)

 

Nach den ersten beiden Bänden Roter Mars (1992) und Grüner Mars (1993) ist Blauer Mars (1996) der Schluss der Mars-Trilogie von Kim Stanley Robinson (geb. 1952). Die Erzählung umfasst hier etwa 100 Jahre – vom frühen 22. bis ins frühe 23. Jahrhun-dert – und präsentiert dem Leser einen Mars, der sich gegen Ende dieser Zeit mas­siv verwandelt hat. Der Planet ist inzwischen weitgehend terraformt und weist Ozeane, Seen und eine vielfältige Flora und Fauna auf. Insgesamt ist Robinsons Mars-Trilogie eine unerträglich langweilige, zähe Lektüre, ohne Spannungsbögen und voller soziologischer Lachhaftigkeiten. Blauer Mars bildet dabei den Tiefpunkt.


Buchcover (Ausschnitt) aus dem Roman "Grüner Mars" (Green Mars, 1993) von Kim Stanley Robinson; Wilhelm Heyne Verlag 2016

Kim Stanley Robinson: Grüner Mars (1993)

 

Mit Grüner Mars setzte Kim Stanley Robinson (geb. 1952) seine monumentale Mars-trilogie, die er mit Roter Mars (1992) begann, fort; ihren Abschluss fand die Trilogie mit dem Band Blauer Mars (1996). Die Kritikpunkte, die ich in meiner Besprechung zu Roter Mars angesprochen habe, müssen leider auch der Fortsetzung entgegen-gehalten werden. Das grundlegendste Problem betrifft den Umfang des Romans. Kim Stanley Robinson ist definitiv kein Romancier vom Kaliber eines Leo Tolstoi oder J. R. R. Tolkien, und so quält sich der zweite Teil seines Epos über die Kolonisa-tion und das Terraforming des Mars über 900 Seiten spannungsarm dahin.


Buchcover (Ausschnitt) aus dem Roman "Roter Mars" (Red Mars, 1992) von Kim Stanley Robinson; Wilhelm Heyne Verlag 2015

Kim Stanley Robinson: Roter Mars (1992)

 

Roter Mars ist der Auftakt der Mars-Trilogie von Kim Stanley Robinson (geb. 1952), die mit den Romanen Grüner Mars (1993) und Blauer Mars (1996) fortgesetzt wurde. Die Mars-Trilogie ist das mit Abstand berühmteste Werk des amerikanischen Science-Fiction-Autors. Sie fand seinerzeit viel Lob bei den Kritikern und wurde mit zahlreichen Ehrungen überhäuft. Aber auch zu Recht? Robinson bemüht sich hier, eine wissenschaftlich möglichst akkurate und glaubwürdige Saga von der Kolonisation des Mars zu erzählen, aber leider ist das Werk weder in wissenschaft-licher noch in erzählerischer Hinsicht geglückt. Vor allem ist es stinklangweilig.


Szenenfoto aus dem Film "Formicula" (Them!, USA 1954) von Gordon Douglas

Formicula (USA 1954)

 

Dieser big bug movie von Gordon Douglas (1907–1993) ist der erste, der mutierte, ins Gigantische gewachsene Krabbelviecher wie Ameisen, Spinnen oder Heuschre­cken auf die Leinwand brachte, und trat gemeinsam mit dem 1952 wiederaufge­führten King Kong und die weiße Frau (1933) und Panik in New York (1953) eine Welle von Monsterfilmen los, die erst Ende der Fünfzigerjahre wieder abebben sollte. Für meine Begriffe nicht ganz so effektiv wie Jack Arnolds Tarantula (1955), ist Formicula dennoch ein packender, sehr gut gemachter Monsterstreifen um Riesenameisen, die infolge von Atombombentests entstanden sind.


Szenenfoto aus dem Film "Plan 9 aus dem Weltall" (Plan 9 from Outer Space, USA 1959) von Edward D. Wood Jr.; Vampira

Plan 9 aus dem Weltall (USA 1959)

 

Der billig zusammengewurschtelte Streifen vom glücklosen Filmemacher Edward D. Wood Jr. (1924–1978) gilt seit Jahrzehnten als der „schlechteste Film aller Zeiten“, sozusagen als der Citizen Kane des Trashs. Das ist natürlich Unsinn, denn so unter­irdisch miserabel das Machwerk auch in jeder Hinsicht ist, gibt es doch zahllose Trashfilme, die noch grottiger und vor allem weitaus weniger unterhaltsamer sind als diese dummdreiste Perle filmischen Unvermögens. Was an dem Film indes wirk­lich erstaunt, ist sein unbehaglicher Zynismus: Es gibt kaum eine krassere Demon­stration dessen, was beschämend schlechte Sci-Fi-Filme kennzeichnet.


Coverausschnitt zu dem Buch "So entstand Superman, der Film" von David Michael Petrou

David Michael Petrou: So entstand Superman, der Film (1979)

 

Im Zuge des Medien- und Marketinghypes, der die Premiere von Richard Donners Blockbuster Superman (1978) flankierte, wurde auch dieses Taschenbuch über die Entstehung und Dreharbeiten des Films veröffentlicht. Der Autor David Michael Petrou wurde von den Produzenten extra für drei Jahre engagiert, um die Drehar­beiten zu begleiten und dieses Buch zu schreiben. Petrou war sehr eng in die Film­crew eingebunden (sodass Richard Donner ihm sogar eine kleine Minirolle in Super­man gab) und erhielt so unmittelbare Einblicke und Interviews mit den Stars an den Sets. Ein tolles, unterhaltsames, immer noch informatives Buch!


Publicity Shot für "Die Frauen von Stepford" (The Stepford Wives, USA 2004) von Frank Oz; Nicole Kidman

Die Frauen von Stepford (USA 2004)

 

Knapp 30 Jahre nach der Originalverfilmung von Bryan Forbes wagte sich Frank Oz an ein Remake des feministischen Klassikers nach einem Roman von Ira Levin (1929–2007) – und machte aus dem unbehaglichen, sozialsatirischen Thrillerstoff eine fürchterlich überdrehte, lärmige Komödie. Satirisch findet der Film nirgends eine überzeugende Stoßrichtung, und im ungelenken Bemühen, das Thema des Geschlechterkampfes zeitgemäß anzufassen, setzt sich der Film selbst dem Ver­dacht aus, sexistische Auffassungen gegen Karrierefrauen zu hegen. Ein unausge­gorener, missratener und kaum zu ertragener Rohrkrepierer.


Die Frauen von Stepford (USA 1975)

 

Bryan Forbes’ beunruhigender Science-Fiction-Thriller ist eine bittere Sozialsatire, die mit ihrer Thematisierung der Geschlechterrollen und der Bewegung der Frauen­befreiung in den Siebzigerjahren mitten ins Schwarze traf. Das Ideal der Vollzeit-Hausfrau und Mutter war nach wie vor die soziale Norm, in der sich viele Frauen gefangen sahen. Hier gehen die männlichen Spießer des wohlhabenden Ostküsten­städtchens Stepford so weit, ihre Frauen durch optisch verschö­nerte Roboter zu ersetzen, die ihnen im Haushalt und im Ehebett perfekte Diene­rinnen sind. Immer noch sehr sehenswert und um Klassen besser als das Remake.


Forrest J. Ackerman’s World of Science Fiction (1997)

 

Forrest J. Ackerman (1916–2008) war der wohl berühmteste Science-Fiction-Fan und -Sammler aller Zeiten und Länder, ein begeisterter Leser der frühen Science-Fiction-Pulps wie Amazing Stories oder Astounding und eine illustre Persönlichkeit, die seit den frühen Dreißigerjahren das damals entstehende organisierte Fandom entscheidend mitgeprägt hat. Es gibt kaum einen großen Namen in der Sci-Fi-Szene, den er nicht persönlich kannte. Sein reichhaltig bebilderter, prächtiger Band Forrest J. Ackerman’s World of Science Fiction ist mehr als nur ein Bilderbuch: Es bietet einen sehr unterhaltsamen, persönlichen Streifzug durch das Genre.


Von Kellar: Invasion aus dem Weltraum (1953)

 

In den Fünfzigerjahren wurde Science-Fiction in Deutschland bekanntlich vor allem in Groschenheften oder gebundenen Leihbüchern veröffentlicht. Dieser Roman war im März 1954 das erste Heft der Utopia Großband-Reihe, die es bis 1963 auf immer­hin 204 Ausgaben brachte. Meistenteils brachte die Reihe stark gekürzte und auch im Text oft großzügig geänderte Versionen amerikanischer Originalromane heraus. In­vasion aus dem Weltraum (das englische Original Tri-Planet erschien 1953 bei Curtis Warren, London) war allerdings kein guter Start – der Roman ist ein be­son­ders übles, militantes und schundiges Machwerk. Schade.


Alexei Tolstoi: Aëlita (1922/23)

 

Der russische Schriftsteller Alexei Tolstoi (1882–1945) ist vor allem für seine mär­chenhafte Pinocchio-Figur „Burattino“ und seine historischen Romane wie die un­vollendete Trilogie Peter der Erste (1929–1945) bekannt. Mit Aëlita hat Tolstoi je­doch auch einen Science-Fiction-Roman verfasst, den Jakow Protasanow (1881–1945) ein Jahr später als Vor­lage für einen Stummfilm verwendete und der heute als der erste Science-Fiction-Film der Sowjetunion gilt. Aëlita ist ein Staunen erwe­ckendes Marsabenteuer, aber auch eine Parabel auf die Oktoberrevolution, deren politische Haltung nach wie vor nicht leicht zu interpretieren ist.


Szenenfoto aus dem Film "Das grüne Blut der Dämonen" (Quatermass and the Pit, GB 1967) von Roy Ward Baker

Das grüne Blut der Dämonen (GB 1967)

 

Nachdem die Hammer Film Productions bereits die ersten beiden Quatermass-TV-Serien von Autor Nigel Kneale erfolgreich adaptiert hatten, drehten sie mit zehn­jäh­riger Verspätung schließlich auch einen Kinofilm von der dritten Quatermass-Serie – diesmal in Farbe. Die konfuse Story wartet mit nichts Geringerem als einer „ratio­nalen“ Erklärung für den Glauben an den Teufel, okkulte Phänomene und die Prä­senz des Bösen im Menschen auf: All dies sei vor Jahrmillionen mit Marsianern auf die Erde gelangt, die unseren Vorfahren diese Dinge erst eingeimpft hätten. Leider entwickelt der Film nicht die Kraft seiner beiden Vorgänger.


Fred Hoyle/Geoffrey Hoyle: Raketen auf Ursa Major (1969)

 

Der exzentrische und in der Fachwelt umstrittene englische Astronom, Mathemati­ker und Naturphilosoph Fred Hoyle (1915–2001) hat neben wissenschaftlichen Ar­beiten auch einige Science-Fiction-Romane geschrieben, zumeist in Co-Autoren­schaft mit seinem Sohn Geoffrey Hoyle (geb. 1941). In der Science-Fiction-Welt ha­ben diese Romane kaum einen Eindruck hinterlassen, wofür die Schnurre Raketen auf Ursa Major eine beredte Erklärung abliefert. Der Roman ist ein kurzweiliges, aber auch ausgesprochen belangloses Pulp-Abenteuer, das eher den Geist der Vierziger- denn der Sechzigerjahre atmet. 


Szenenfoto aus dem Film "Enemy Mine" (USA/D 1985) von Wolfgang Petersen; Louis Gossett Jr.

Enemy Mine – Geliebter Feind (USA/D 1985)

 

Exorbitante 25 Millionen Dollar ver­schlang Wolfgang Petersens opulenter Science-Fiction-Streifen, den er im Anschluss an seinen Erfolg Die unend­liche Geschichte (1984) für Hollywood in den Bavaria-Studios bei München und auf Lanzarote dreh­te. Die Schauwerte der riesigen Sets, der gelungenen Aus­stattung und der hervor­ragenden visuellen Effekte sprechen für sich. Inhaltlich ist der Film mehr als nur eine seelenlose Action-Space-Opera. Ein Mensch und ein Außerirdischer, verfein­dete Soldaten in einem interstellaren Krieg, bruchlanden auf einem unwirt­lichen Plane­ten und müssen dort gemeinsam miteinander auskommen. Sehenswert!


Szenenfoto aus dem Film "Lemmy Caution gegen Alpha 60" (Alphaville, Frankreich/Italien 1965) von Jean-Luc Godard; Eddie Constantine und Anna Karina

Lemmy Caution gegen Alpha 60 (Frankreich/Italien 1965)

 

Der französische Meisterregisseur Jean-Luc Godard (geb. 1930), Pionier der Nou­velle Vague und steter Vorkämpfer für ungewöhnliche, intellektuell anspre­chende, neue Ausdrucksformen des Kinos, drehte mit diesem Sci-Fi-Noir einen wundervoll sperrigen, ebenso poetischen wie an vielen Stellen auch sau­komischen Kunstfilm. Godard verzich­tet auf tricktechnische Spiele­reien und persifliert alle Klischees, die er aus den Detektiv- und Science-Fiction-Geschichten der Pulps und Comics hier versam­melt hat. Auch heute noch ist der Film eine teils irritierende, teils genüssli­che Erfah­rung, der allerdings etwas mehr inhaltliche Stringenz gut getan hätte.


Die Erfindung des Verderbens (CSSR 1958)

 

Mit diesem Film schuf der tschechische Trickfilmer Karel Zeman (1910–1989) ein wunder­volles Kleinod, das Zeichentrick­elemente und visuelle Effekte nahezu per­fekt mit Live-Action-Aufnahmen der Schauspieler vereinigt. Inhaltlich ist der Film eine Adaption des Romans Face Au Drapeau (1896) von Jules Verne (1828–1905). Um die magische Anmutung der klassischen Holzstiche einzufangen, mit denen Vernes Romane illustriert worden waren, kopierte Zeman den typischen Holzstich-Look durchgängig im gesamten Film. Das gelang ihm so außerordentlich gut, dass der Film bis heute zu den besten Jules-Verne-Verfilmungen überhaupt zählt.


Szenenfoto aus dem Film "Deluge" (USA 1933) von Felix E. Feist

Deluge (USA 1933)

 

King Kong und die weiße Frau war nicht die einzige Spezialeffekte-Extravaganz, die 1933 das amerikanische Kinopubli­kum zu sehen bekam. Mit Deluge prä­sen­tierte RKO Pictures einen Film, der in einer knapp sechs Minuten dauernden Sequenz die völlige Zerstörung New York Citys durch ein Erdbeben und eine gigantische Flut­welle zeigte. Dafür wur­de ein ausladendes Modell der Stadt spektakulär zum Ein­sturz gebracht – eine tricktechnische Meister­leistung! Deluge gilt, von älteren Bi­belepen abgesehen, als der erste disaster movie der Kinogeschichte und ist erst 2016 wieder mit seiner originalen Tonspur aus einem Filmarchiv aufgetaucht.


Szenenfoto aus dem Film "XX . . . Unbekannt" (X the Unknown, GB 1956) von Leslie Norman; William Lucas, Leo McKern und Dean Jagger

XX . . . Unbekannt (GB 1956)

 

Nach ihrem Kinohit Schock (1955) woll­ten die Produzenten der englischen Hammer Film Productions möglichst rasch einen entsprechenden Nachfolger nach gleichem Strickmuster. Dafür lie­fer­te Autor Jimmy Sangster (1927–2011) sein erstes von zahl­reichen Horror­film-Drehbüchern für Hammer ab. Da Nigel Kneale die Verwendung seiner Figur Bernard Quatermass aus Schock ver­sag­te, wurde der Wissenschaftler hier kur­zerhand in Dr. Adam Royston umge­tauft. Der Film hat seine spannenden und auch schauerlichen Momente, doch vom Monster gibt es nur wenig zu sehen, und die Regie von Leslie Norman reicht nicht an Val Guest heran.


Szenenfoto aus dem Film "Invasion" (The Invasion, USA 2007) von Oliver Hirschbiegel; Nicole Kidman

Invasion (USA 2007)

 

Das mindestens 65 Millionen Dollar teure jüngste Remake von Don Siegels Die Dä­monischen (1956) fiel bei den Kritikern mehrheitlich durch und erwies sich an den Kinokassen als schlimmer Flop. Für Regisseur Oliver Hirschbiegel (geb. 1957) geriet sein Hollywood-Debut zu einem Desaster; Teile seines Films ließ das Studio nach Fertigstellung von James McTeigue (geb. 1967) nachdrehen. Ich halte die Ver­risse gegen den Film insgesamt für zu harsch. Invasion ist ein durchaus effektiver Scho­cker, und Nicole Kidman und Daniel Craig gefallen in den Hauptrollen. Aller­dings bleibt der Film in seinen Aussagen vage, und sein Happy End ist unpassend.


Szenenfoto aus dem Film "Body Snatchers" (USA 1993) von Abel Ferrara; Gabrielle Anwar

Body Snatchers – Die Körperfresser (USA 1993)

 

Mit Body Snatchers drehte Regisseur Abel Ferrara (geb. 1951) nach Philip Kauf­mans Die Körperfresser kommen (1978) das zweite Remake von Don Siegels klassischem Paranoia-Thriller Die Dämo­nischen (1956). Statt zu einer Parabel auf die Entfrem­dung der Menschen im anonymen Großstadtleben machte er den Erzählstoff zu einem effektiven, gewitzten Teenie-Schocker. Hauptfigur ist die schlecht gelaunte Teenagerin Marti (Gabrielle Anwar), die mit ihrer Patchwork-Familie in einer Kaser­ne in den US-Südstaaten erkennen muss, dass die Soldaten sich nicht nur wegen des Militärdrills völlig gleichgeschaltet verhalten . . .


Szenenfoto aus dem Film "Die Körperfresser kommen" (Invasion of the Body Snatchers, USA 1978) von Philip Kaufman; Donald Sutherland

Die Körperfresser kommen (USA 1978)

 

Philip Kaufmans Remake von Don Sie­gels Paranoia-Klassiker Die Dämoni­schen (1956) ist eine packende Moder­ni­sierung des Erzählstoffs, die dank bizar­rer Bilder, einer superben Kamera­füh­rung, eines frenetischen Soundtracks und sehr guter Spezialeffekte eine be­klemmende Atmosphäre und ordentlich Horror entfaltet. Sporen aus dem Welt­all wachsen in San Francisco zu Pflan­zen­schoten heran, aus denen hinwie­de­rum seelenlose, äußerlich per­fek­te Ko­pien von Men­schen schlüp­fen – wäh­rend ihre „Originale“ zu Staub zerfallen. Donald Sutherland und Brooke Adams kämpfen verzweifelt gegen die Ent­menschlichung.


Feinde aus dem Nichts (GB 1957)

 

Nach dem Erfolg von Schock (1955), ihrem ersten Spielfilm mit dem Wissenschaftler Professor Bernard Quatermass als Hauptfigur, legten die legendären Hammer Film Productions zwei Jahre später dieses Sequel nach, das wie schon der erste Film auf einer TV-Serie von Nigel Kneale und Rudolph Cartier basierte. Feinde aus dem Nichts ist ein brillanter Paranoia-Thriller, in dem Quatermass nach und nach eine feindliche Alienunterwanderung aufdeckt, die bereits bis in die höchsten Kreise der Regierung und Staatsorgane fortgeschritten ist. Der Film ist vielleicht die beste Be­arbeitung des Body Snatcher-Themas aus den Fünfzigerjahren.


Schock (GB 1955)

 

Mit diesem Science-Fiction-Horrorklassiker stiegen die legendären Hammer Films in die Produktion zahlreicher Horrorfilme ein, von denen viele überaus erfolgreich und stilbildend wurden. Gedreht nach dem von Nigel Kneale (1922–2006) geschriebe­nen TV-Sechsteiler The Quatermass Experiment (1953), der damals in Großbritan­nien ein Straßenfeger gewesen war, erzählt der Film vom tragischen Schicksal ei­nes Astronauten, der im All von einer fremden Lebensform infiziert wurde und sich zurück auf der Erde langsam in ein Monster verwandelt. Ein straffer, erstklassiger Science-Fiction-Film mit großartig spielenden Hauptdarstellern.


Szenenfoto aus dem Film "Im Staub der Sterne" (DDR/Rumänien 1976) von Gottfried Kolditz; Ekkehard Schall

Im Staub der Sterne (DDR/Rumänien 1976)

 

Der mit Jana Brejchová, Alfred Struve und Ekkehard Schall (links) hervorragend be­setzte Science-Fiction-Streifen von Gottfried Kolditz (1922–1982) erzählt eine pla­kative Polit-Mär, in der die perfekte kommunistische Gesellschaft der fernen Zu­kunft auf einem fremden Planeten mit rückständigen kapitalistischen Sklavenhal­tern konfrontiert wird. Der Film punktet mit ausgesprochen schrillen Kostümen, bunten Bauten und tollen Schauplätzen, und auch die Story gibt auf den zweiten Blick mehr her als schlichte Propaganda. Leider krankt der „Barbarella-Film der DDR“ aber an seiner geradezu lähmenden, behäbigen Inszenierung.


Szenenfoto aus dem Film "Sie leben" (They Live, USA 1988) von John Carpenter; Roddy Piper

Sie leben (USA 1988)

 

John Carpenters hemdsärmelige Science-Fiction-Sozialsatire ist ein bissiger Kom­mentar auf die manipulative, kapitalistische Konsumgesellschaft des Westens und ein klares Statement für das Selbstbewusstsein der verarmten Arbeiterklasse, die im Raubtierkapitalismus der Reagan-Ära zunehmend unter die Räder geriet. Über­dies ist der Film eine originelle Variante des altehrwürdigen Themas der Alienunter­wanderung. Wrestlingstar Roddy “Rowdy” Piper (1954–2015) und Keith David (geb. 1956) geben zwei raubeinige Malocher, die dem System kräftig in die Eier treten, und B-Film-Star Meg Foster (geb. 1948) ist auch dabei. Ein launiger Streifen!


Ausschnitt aus dem Buchcover für den Roman "Paradox" von Phillip P. Peterson (Bastei Lübbe Verlag 2015)

Phillip P. Peterson: Paradox (2015)

 

Der preisgekrönte Hard-SF-Roman des deutschen Autors Phillip P. Peterson (geb. 1977) verbindet ein spannendes Raumfahrtabenteuer mit einer kühn ausgemalten Spekulation über das berühmte Fermi-Paradox, die Frage also, weshalb uns die Aliens nicht schon längst besucht haben, wenn es sie denn, wie uns die Evolutions­theorie nahelegt, in großer Anzahl im Universum gibt. Das im Hier und Jetzt an­gesiedelte Raumfahrtdrama ist erstklassig recherchiert und überaus glaubwürdig und spannend erzählt, während Petersons Lösung des Fermi-Paradox am Ende zwar nicht neu ist, aber doch einen frappierenden Effekt hat. Ein toller Roman!


Ausschnitt aus dem Buchcover für den Roman "Das Fiasko" von Stanislaw Lem (Verlag Volk und Welt 1986)

Stanisław Lem: Fiasko (1986)

 

In seinem letzten Science-Fiction-Roman, den der polnische Autor Stanisław Lem (1921–2006) veröffentlichte, bevor er sich ganz vom Genre abwandte und nur noch dem Verfassen von Essays und philosophischen Schriften widmete, wird von einer interstellaren Mission der Erde zu einem von einer intelligenten Spezies bewohn­ten Planeten erzählt. Die Menschen wollen mit unseren „Brüdern im All“ Kontakt aufnehmen – und müssen frustriert feststellen, dass sie keineswegs willkommen sind. Leider ist der Roman sehr stark vom Lem-typischen essayistischen Stil geprägt und eine reichlich zähe, behäbige Lektüre.


Szenenfoto aus dem Film "2001: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick (2001: A Space Odyssey, GB/USA 1968); Konjunktion von Sonne, Erde und Mond

2001: Odyssee im Weltraum (GB/USA 1968)

 

Dieses Meisterwerk von Stanley Kubrick (1928–1999), das im vergangenen April das 50-jährige Jubiläum seiner Premiere feierte und zu diesem Anlass auch wie­der in mehreren Kinos aufgeführt wurde, ist zweifellos ein Meilenstein des Science-Fic­tion-Kinos. Viele halten das Epos sogar für den besten Science-Fiction-Film aller Zeiten. Seine beeindruckende tricktechnische Brillanz, seine akribisch realistische Darstellung künftiger Raumfahrt, seine spekulative Kühn­heit und vor allem seine überwältigende, opernhafte audiovisuelle Präsenz begeistern noch heute. Ein gi­gantischer Film.


Buchcover zu dem Roman "Der dunkle Wald" (The Dark Forrest, Heian Senlin, 2008) von Liu Cixin (Ausschnitt)

Liu Cixin: Der dunkle Wald (2008)

 

Die höchst unterhaltsame chinesische Saga von der drohenden Inva­sion der Erde durch eine hochentwickelte Spezies aus dem Alpha-Centauri-System geht weiter! Im zweiten Band der „Trisolaris-Trilogie“ tischt uns Liu Cixin (geb. 1963) erneut ab­gedrehte „wissenschaftliche“ Ideen und knorrige Figuren auf, denen lei­der allzu oft der moralische Kompass fehlt. Damit bleibt er der Linie des ersten Ban­des Die drei Sonnen (2006) treu. Allerdings schaltet Liu hier noch einmal die Gänge hoch und katapultiert den Leser glattweg in eine waschechte Space Opera, die über 200 Jah­re in der Zukunft spielt. Eine kurzweilige Fortsetzung!


Szenenfoto aus dem Film "Jurassic World: Das gefallene Königreich" (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018); Tyrannosaurus Rex

Jurassic World: Das gefallene Königreich (USA 2018)

 

Das vierte Sequel zu Steven Spielbergs klassischem Blockbuster Jurassic Park – der mittlere Teil einer geplanten Jurassic World-Trilogie – wurde wie alle seine Vorgän­ger ein gigantischer Kassenschlager (momentan kratzt er an der Eine-Milliarde-Dol­lar-Marke bei den weltweiten Einnahmen). Die Kritiken fielen jedoch gegenüber den Bewertungen des Vorgängerfilms Jurassic World (2015) deutlich nüchterner aus. Gewiss, mit der Logik und den Motivationen der Figuren nimmt es das Dreh­buch nicht so genau. Dafür lenkt es das Franchise hier allerdings in eine völlig neue Richtung. Und eine mitreißende Actionshow ist der Film allemal!


Szenenfoto aus dem Film "Jurassic World" (USA 2015); Mosasaurus

Jurassic World (USA 2015)

 

14 Jahre nach dem letzten Sequel von Steven Spielbergs spektakulärer Dinosaurier-show Jurassic Park (1993), die damals tricktechnische Maßstäbe setzte, kehrte das Franchise doch noch nach langen, fruchtlosen Planungen ins Kino zurück – und wurde mit 1,6 Milliarden Dollar weltweiter Einnahmen prompt ein Megahit (und nach Star Wars – Das Erwachen der Macht der zweiterfolgreichste Film des Jahres 2015). Wider Erwarten gelingt es dem Film, obwohl er im Kern das alte Schema ei­ner gefräßigen Dinosaurierhatz wiederholt, eine Menge neuer Ideen einzubringen – und richtig klasse zu unterhalten!


Szenenfoto aus dem Film "Der Blob" (The Blob, USA 1988) von Chuck Russell

Der Blob (USA 1988)

 

War der Originalfilm Blob – Schrecken ohne Namen (1958) von Irwin S. Yeaworth Jr. noch ein handzahmer, ja, geradezu artig-braver Gruselfilm, tischte Chuck Russell 30 Jahre später dem Teenager-Publikum ein deftiges Splatter- und Gore-Spektakel auf, das auch heute noch, weitere 30 Jahre später, erstaunlich viel Spaß macht und tricktechnisch noch immer überzeugt. Der Blob aus dem All hat sich hier zu einem höllisch schnellen, gestaltwandlerischen und gerissenen Monster gemausert, vor dem niemand im beschaulichen Städtchen Arbeville sicher ist. Ein launiger Horror­spaß, der seinerzeit unverständlicherweise floppte.


Szenenfoto aus dem Film "Sky Captain and the World of Tomorrow" (USA 2004) von Kerry Conran; Gwyneth Paltrow und Jude Law

Sky Captain and the World of Tomorrow (USA 2004)

 

Kerry Conrans rasantes Sci-Fi-Action-Abenteuer ist eine liebevolle Hommage an die Kinoserials, Comics und Pulpmagazine der Dreißiger- und Vierzi­gerjahre, ein Feuerwerk von Retro-Futurismus, Art déco und Filmzitaten. Damit ist der Film ein Fest für jeden Science-Fiction-Geek und -Nostalgiker. Außergewöhn­lich ist seine visuelle Ästhetik: Der Film gilt als der erste Spielfilm, der kom­plett vor Blue Screens mit einem „digitalen Backlot“ gedreht wurde. An die Comic-Optik, die in zuviel Weichzeichner getränkt ist, muss man sich zwar erst gewöhnen, aber sie bietet eine wirklich außergewöhnliche Welt, die absolut sehenswert ist.


Szenenfoto aus dem Serial "King of the Rocket Men" (USA 1949) von Fred C. Bannon

King of the Rocket Men (USA 1949)

 

Dieses muntere, zwölfteilige Kinoserial von Republic Pictures mit seinem “Rocket Man”, dem fliegenden Helden mit Raketenanzug und Eisenhelm, hatte Dave Ste­vens zu seiner Comicfigur Rocketeer inspiriert, die Joe Johnston 1991 in einem Live-Action-Kinofilm auf die große Leinwand brachte. Anno 1949 jedoch zischte noch der originale Rocket Man durch die amerikanischen Kinos und musste die üblichen Actionabenteuer gegen einen finsteren Superschurken und dessen Hand­langer be­stehen. Die Handlung ist konventionell und Tristram Coffin in der Rolle des Rocket Man gewöhnungsbedürftig, aber Spaß macht die Show dennoch!


Szenenfoto aus "Rocketeer" (1991) von Joe Johnston; Bruce Campbell

Rocketeer (USA 1991)

 

Das von Joe Johnston (geb. 1950) nach Vorlage des Graphic Novels von Dave Ste­vens (1955–2008) inszenierte Action-Abenteuer floppte seinerzeit an den Kinokas­sen, gilt inzwischen allerdings als „unterschätzt“.  Tatsächlich ist Rocketeer ein tol­ler, unterhaltsamer Sci-Fi-Streifen, der die turbulente Action und den leichtgewich­tigen Schwung der Kino-Serials der Dreißiger- und Vierzigerjahre in vollen Zügen auslebt und dabei auch nicht mit Humor spart. Der Pilot Cliff Secord wird 1938 un­verhofft zum „Rocketeer“ und muss seine süße Freundin Jane vor einem finsteren Nazispion retten . . .


Yipe! The Rocketeer von Dave Stevens

Dave Stevens: The Rocketeer (1982–1995)

 

Dieser Comic, der die Vorlage für Joe Johnstons Verfilmung Rocketeer (1991) liefer­te, ist ein wahres Juwel der grafischen Literatur. Der Zeichner und Autor Dave Ste­vens (1955–2008) war ein Meister seiner Zunft und besticht in seinen Werken mit außerordentlichem Detailreichtum und Sinn für korrekte Proportionen. Seine Co­mics und Illustrationen sind durchweg ein Genuss. Das gilt insbesondere für seinen Rocketeer, den er nach dem Vorbild schwungvoller alter Kinoserials wie King of the Rocket Men (1949) kreierte. Cross Cult legte 2010 eine prächtig ausgestattete, neu kolorierte, deutsche Gesamtausgabe als Hardcover vor.


Szenenfoto aus "Space Cop L.A. 1991" (Alien Nation, USA 1988) von Graham Baker; James Caan und Mandy Patinkin

Space Cop L.A. 1991 (USA 1988)

 

Das Genre des buddy cop-Films erlebte in den Achtzigerjahren einen Boom, in dem alle nur erdenklichen Paarungen ungleicher Polizisten durch­exer­ziert wurden. Wa­rum also nicht auch einmal einen Alien zum Partner machen? In Graham Bakers flottem Actionstreifen wurde diese Idee umgesetzt. Das Poten­zial des spezifischen Science-Fiction-Gehalts der Story wurde dabei allerdings völ­lig verschenkt, statt­dessen bewegt sich der Film ganz in den konventionellen Bah­nen des irdisch-pro­fanen Genres, von dem er eigentlich herrührt. Die Prämisse des Films wusste Neill Blomkamp in District 9 (2009) deutlich besser zu nutzen.


Kinoplakat für "Blob -- Schrecken ohne Namen" (The Blob, USA 1958) von Irvin S. Yeaworth Jr. (Ausschnitt)

Blob – Schrecken ohne Namen (USA 1958)

 

Der vom unabhängigen Produzenten Jack H. Harris (1918–2017) und dem Regisseur Irvin S. Yeaworth Jr. (1926–2004) mit nur 130.000 Dollar in Pennsylvania realisierte Monsterfilm hat nicht nur Steve McQueen in seiner ersten Hauptrolle zu bieten, sondern legt ein erstaunliches Maß an augenzwinkernder, ironischer Selbstreferen­tialität an den Tag – wodurch er sich schon bald nach seiner Veröffentlichung als typisches Beispiel für einen campy film ins kollektive Gedächtnis des Publikums eingrub. Vor allem aber hat er mit dem gallertartigen Blob aus dem All, der einen unendlichen Hunger auf Menschenfleisch hat, ein wirklich tolles Monster!