Fantastische Literatur und Filme

Aufnahme von einer Masse von Science-Fiction-Büchern, -DVDs und -Blurays aus meinem Besitz -- dem Thema von "Astron Alpha"

Willkommen auf Astron Alpha – meiner Webseite für Science-Fiction-Besprechungen!

 

Astron Alpha bietet ausführliche, kritische Rezensionen von Spielfilmen und von Büchern – Romane, Anthologien und Sachbücher  zur Science-Fiction. Anspruchsvolle Meisterwerke des Genres werden ebenso gewürdigt wie einfältige B-Movies oder Unterhaltungsromane, und auch richtig schlechte Trashfilme oder schundige Heftromane werden nicht ausgeklammert. Ein gewisser Schwerpunkt liegt bei meinen Rezensionen auf älteren und entlegeneren Filmen und Büchern. Ich liebe Science-Fiction, aber nerdige Engstirnigkeit liegt mir fern – für mich steht vor allem der sense of wonder und der Unterhaltungswert der Science-Fiction, weniger ihre „Wissenschaftlichkeit“ im Vordergrund. Diese Webseite ist ein privates Hobby von mir, das keinerlei Erwerbsinteressen verfolgt. Sämtliche Artikel habe ich selbst verfasst. Mein Name ist Michael Haul, und wer mehr über mich wissen will, der klicke auf den Menü­punkt Thema oder auch hier.

 

Allgemein gilt: Meine Besprechungen enthalten in der Regel Spoiler – wer sie vermeiden will, sollte also die Bespre-chun­gen erst dann lesen, nachdem er die besprochenen Werke selbst genossen hat. Die Begründung meiner Auffas-sung zum Spoilerproblem habe ich auf der Thema-Seite dargelegt.

 

Astron Alpha ist im Januar 2016 an den Start gegangen und wird fortwährend mit neuen Artikeln gefüllt. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!


Neueste Artikel

Larry Niven: Brennans Legende (1973)

 

Im „Ringwelt-Universum“ von Larry Niven (geb. 1938) zählen die sogenannten Pak-Protektoren zu den interessantesten Spezies, und das nicht nur, weil sie in Nivens fabulierter Welt vor 2,5 Millionen Jahren die Vorfahren der Menschheit auf der Erde angesiedelt und später die berühmte Ringwelt gebaut haben. In diesem Roman er­fährt man mehr über die Hintergründe und die Herkunft der Pak-Protektoren, so­dass er für jeden Fan des Ringwelt-Universums eine willkommene Lektüre darstellt. Ansonsten leidet der Roman leider unter denselben Schwächen wie Die Welt der Ptavv (1966): Er ist viel zu hektisch und dürr erzählt.


Larry Niven: Die Welt der Ptavv (1966)

 

Der Debutroman des Altmeisters gediegener Space Operas Larry Niven (geb. 1938) ist ein reichlich pulpig anmutendes Weltraumabenteuer: rasant erzählt, mit einer Vielzahl von Wendungen und Schauplätzen und einem Plot, der sich über Milliar­den von Jahren und die halbe Galaxis erstreckt. Vieles wirkt hier maßlos übertrie­ben, insbesondere die schier maßlosen telepathischen Fähigkeiten der sogenann­ten Thrint, einer uralten, höchst machtversessenen Rasse, die einst das Leben auf der Erde ausgesät hat. Leider wird das Geschehen schmucklos und viel zu knapp erzählt, was leider zulasten des Unterhaltungswertes geht.


Szenenfoto mit der marsianischen Intelligenz aus dem Film "Invasion vom Mars" (Invaders from Mars, USA 1986) von Tobe Hooper

Invasion vom Mars (USA 1986)

 

Nach dem wüsten Science-Fiction-Schocker Lifeforce (1985) drehte Tobe Hooper für Cannon Pictures überraschenderweise ein Remake des Science-Fiction-Klassi­kers Invasion vom Mars (1953) von William Cameron Menzies. Viele Kritiker hielten ein Remake ausgerechnet von diesem Film für überflüssig und nicht zeitgemäß. Auf Kinder wirkte der Film trotzdem ähnlich beängstigend-schaurig wie schon das Original drei Jahrzehnte zuvor. Nüchtern betrachtet wiederholt der Film allerdings leider die logischen Schwächen des Vorgängers, den er extensiv zitiert. Das grob­schlächtige Schauspiel tut ein Übriges, sodass der Film insgesamt enttäuscht.


Invasion vom Mars (USA 1953)

 

Dieser surreale, albtraumhaft konstruierte kleine Schocker von William Cameron Menzies (1896–1957), einem der größten Produktionsdesigner Hollywoods, lehrte Anfang der Fünfzigerjahre Scharen von Kindern im Kino das Fürchten – unter ande­rem Steven Spielberg. Der Film zählt längst zu den großen Klassikern des Science-Fiction-Kinos. Seine Infantilität ist dabei kein Manko, sondern Prinzip: Der Film erzählt die Geschichte konsequent aus der Perspektive und dem Erleben seines kindlichen Hauptdarstellers, dessen Fantasie von der red scare der Erwachsenen, von Comics und von Pulps bevölkert ist.


Larry Niven/Edward M. Lerner: Die Flotte der Puppenspieler (2007)

 

Für seine jüngeren Romane, die im „Ringwelt-Universum“ oder auch dem soge­nannten „Known Space“ angesiedelt sind, hat der kalifornische Autor Larry Niven (geb. 1938) sich Schützenhilfe von Edward M. Lerner (geb. 1949) geholt. Bei der Lektüre, die in ihrem Stil deutlich ruhiger und abgeklärter ausfällt als bei Nivens älteren Ringwelt-Romanen, beschleicht einen das Gefühl, dass Lerner hier vermut­lich die Hauptarbeit geleistet hat. Das tut dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch: Die Flotte der Puppenspieler ist ein überzeugendes Weltraumabenteuer, das end­lich mehr Licht in die geheimnisvolle Zivilisation der Puppenspieler bringt.


Szenenfoto aus dem Film "Der schweigende Stern" (DDR/Polen 1960) von Kurt Maetzig mit dem Roboter Omega

Der schweigende Stern (DDR/Polen 1960)

 

Kurt Maetzigs in den DEFA-Studios in Babelsberg gedrehtes Raumfahrtabenteuer nach einem Roman von Stanisław Lem ist ein schick anzuschauendes Stück Hard-Science-Fiction-Kino. Tricktechnisch ganz auf der Höhe der Zeit, im Design vielfach höchst einfallsreich und visuell opulent, geriet der Film dramaturgisch leider auch überaus steif. Zudem wird es dem Zuschauer auch nicht leicht gemacht, der kon-fusen Handlung logisch zu folgen. Dennoch brilliert Der schweigende Stern noch heute als einer der ambitioniertesten fantastischen Filme, die je im Deutschland der Nachkriegszeit entstanden sind.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Eden" (1959) von Stanislaw Lem, in der Ausgabe vom Wiener Verlag (Himberge bei Wien)

Stanisław Lem: Eden (1959)

 

In Lems drittem Science-Fiction-Roman verabschiedet sich der polnische Autor vom sozrealistischen Kitsch der beiden Vorgänger und dämpft auch die klassische Raumfahrtromantik der Fünfzigerjahre. Stattdessen bemüht er sich in nüchterner Sprache darum, im Rahmen des Genres zu einer ernsthaften und wohldurchdach­ten Speku­lation zu gelangen: Ist es dem Menschen überhaupt möglich, eine außer­irdische, völlig fremdartige Zivilisation zu verstehen? Der Ansatz ist gut, nur schei­tert das Buch literarisch leider kläglich: Der Lesefluss ist fürchterlich zäh, und an­schau­lich wird hier trotz vieler wortreicher Schilderungen kaum etwas.


Motiv vom Kinoplakat von "Krieg der Welten" (USA 2005) von Steven Spielberg

Krieg der Welten (USA 2005)

 

Steven Spielbergs Neuverfilmung des Science-Fiction-Klassikers von 1953, basie­rend auf H. G. Wells’ Roman von 1897, ist mehr als nur ein auf Tom Cruise zuge­schnittenes Starvehikel. Trotz einer ganzen Reihe von logischen Schwächen und unglaubwürdigen Erzählelementen begeistert der Film als packender, markerschüt­ternder Horrortrip allererster Güte. Hier wird unerbittlich ausgemalt, was der Über­fall technologisch überlegener Aliens auf die Erde bedeuten würde: Die totale Nie­derlage wäre unausweichlich. Wells’ Bazillen sind da nicht mehr als ein nicht ernst zu nehmender deus ex machina, der das Happy End ermöglicht.


Ann Robinson in einem Szenenfoto von "Kampf der Welten" (The War of the Worlds, USA 1953) von Byron Haskin und George Pal

Kampf der Welten (USA 1953)

 

Trotz gelegentlichem Interesse an dem Stoff hatte es über 50 Jahre gedauert, bis H. G. Wells’ klassischer Roman Krieg der Welten (1897) zum ersten Mal verfilmt wurde. Produzent George Pal aktualisierte die Geschichte, indem er sie ins zeitgenössische Kalifornien verlegte und auf die schwelenden Ängste des Atomzeitalters bezog. Es entstand ein prächtiges, vor Spezialeffekten nur so strotzendes Actionfeuerwerk. Kampf der Welten ist nicht nur der Urknall aller Alien-Invasionsfilme, sondern auch aller extravaganten, effektebetonten Science-Fiction-Blockbuster. Zweifellos einer der wichtigsten Meilensteine des Science-Fiction-Kinos.


Eine Illustration von Henrique Alvim Corrêa (1876–1910) von 1903 zum Roman "The War of the Worlds" (1897) von H. G. Wells

H. G. Wells: Krieg der Welten (1897)

 

Vielleicht der berühmteste Roman der Science-Fiction-Literatur überhaupt, ist Krieg der Welten von Herbert George Wells (1866–1946) zugleich die Mutter aller Alien-Invasionsgeschichten. Hier werden die außerirdischen Besucher zum aller­ersten Mal als erbarmungslose Eroberer dargestellt, die sengend und mordend über die Menschheit herfallen. Der Roman ist eine brillante Parabel auf den Hoch­mut der imperialistischen Großmächte des fin de siècle. Darüber hinaus wirkt er aber auch noch immer sehr frisch und modern und ist ein überaus spannendes Lesevergnügen.


Die Vernichtung der Erde in einem Szenenfoto aus dem Film "Der jüngste Tag" (When Worls Collide, USA 1951) von Rudolph Maté und George Pal

Der jüngste Tag (USA 1951)

 

In diesem naiven Weltuntergangsepos von George Pal (19081980) wird es ernst: Es ist der erste Spielfilm, in dem die Erde in eine fremde, herannahende Sonne stürzt und somit nicht nur beinahe, sondern tatsächlich ausgelöscht wird. Trotz dieser be-merkenswert düsteren Prämisse ist der Film die vielleicht optimistischste Welt-untergangserzählung aller Zeiten: Einer Handvoll Menschen gelingt es, rechtzeitig ein Raketenschiff zu bauen und sich damit auf den paradiesischen Begleitplaneten der fremden Sonne zu retten. Eine altbackene, nichtsdestotrotz aber sehr gut gemachte Science-Fiction-Version der biblischen Arche-Noah-Geschichte.


Die Rakete Luna auf dem Mond in dem Film "Endstation Mond" (Destination Moon, USA 1950) von Irving Pichel und George Pal

Endstation Mond (USA 1950)

 

Dieser Raumfahrtfilm gilt als der Urvater des modernen Science-Fiction-Kinos, das sich deutlich von den schwarzweißen mad scientist-Streifen der Vierzigerjahre ab­hob und entschlossen in den Weltraum ausgriff. Zugleich markiert er den Einstand des berühmten Science-Fiction-Filmproduzenten George Pal (1908–1980), dem „George Lucas der Fünfzigerjahre“, in der Produktion von Live-Action-Filmen. Der Film ist naiv und dramaturgisch überaus dröge, doch bietet er exzellente Spezial­effekte, die noch heute begeistern können, und nimmt es mit der technischen Glaubwürdigkeit ernst wie kein zweiter Science-Fiction-Film jener Dekade.


Der Kosmokrator in dem Film "Der schweigende Stern" (DDR/Polen 1960) von Erwin Maetzig

Stanisław Lem: Die Astronauten (1951)

 

Stanisław Lems Debutroman, der später als literarische Vorlage für Kurt Maetzigs Science-Fiction-Film Der schweigende Stern (DDR/Polen 1960) diente, erzählt ein dramatisches Raumfahrtabenteuer auf der Venus, auf der sich eine hochstehen­de Zivilisation in einem totalen Atomkrieg selbst ausgelöscht hat. Der Roman ist rettungslos naiv und gehaltlich ganz auf den Sozialistischen Realismus einge­schworen, der eine leuchtende, konfliktfreie kommunistische Zu­kunft erwartet. Nichtsdestotrotz ist das Buch spannend und unterhaltsam.


Der Roboter Sonny in dem Film "I, Robot" (USA 2004) von Alex Proyas

I, Robot (USA 2004)

 

Will Smith (geb. 1968) hat eine Menge sehr erfolgreicher Science-Fiction-Filme gedreht – von denen die meisten leider auch sehr albern und flach daherka­men. Ganz frei von diesen Schwächen ist auch I, Robot nicht, und überdies nervt das aufdringliche Product-Placement, doch alles in allem ist der Film überdurch­schnitt­lich intelligentes Science-Fiction-Kino. Der als Konsumprodukt konzipierte Roboter Sonny wird von seinem Roboterentwickler mit Künstlichem Bewusstsein geboos­tet – und durchleidet prompt eine Identitätskrise. Die Frage, was das Be­wusstsein wirklich ausmacht, ist nach wie vor überaus spannend.


Ausschnitt vom Buchcover vom Roman "Solaris" (1961) von Stanislaw Lem in der Ausgabe vom Kaiser Verlag Klagenfurt 1981

Stanisław Lem: Solaris (1961)

 

In den Siebzigerjahren wurde Stanisław Lem wie kein Zweiter als der langersehnte Erlöser der Science-Fiction-Literatur gefeiert, der sich anschickte, dem Genre end-lich zu intellektueller Seriosität zu verhelfen. Damit war Lem zweifellos erfolgreich, wie Solaris, sein mit Abstand berühmtestes Werk, beweist. Der Roman ist eine ge-schickt erzählte Meditation über die anthropologischen Grenzen der menschlichen Erkenntnis  gerade auch über das eigene Ich oder einen geliebten Mitmenschen. Scharfsinnig, doch nicht frei von Unschärfen, geschliffen formuliert, doch oft nur andeutend: Solaris bietet eine Fülle von vergnüglichem Denkfutter.


Ausschnitt vom Buchcover vom Roman "Projekt: Morgenröte" (The Sands of Mars, 1951) von Arthur C. Clarke, in der Ausgabe vom Goldmann Verlag 1983

Arthur C. Clarke: Projekt: Morgenröte (1951)

 

In seinem dritten Roman, den Arthur C. Clarke (1917–2008) in seiner langen Karriere veröffentlichte, schildert der englische, technikorientierte SF-Romancier alter Schule eine optimistische Vision von der künftigen Marskolonisation. Dabei hat er freilich die Dinge gehörig vereinfacht, indem er seinem Mars ein überaus mildes Klima, eine viel dichtere Atmosphäre und sogar eine bescheidene Biosphäre mit putzigen, känguruhartigen Marstieren spendierte. All das widersprach schon 1951 dem Stand der Forschung. Dem Unterhaltungswert des nostalgischen, etwas biederen Marsabenteuer tut das allerdings keinen Abbruch.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Gast im Weltraum" (1955) in der Ausgabe vom Verlag Volk und Welt 1956

Stanisław Lem: Gast im Weltraum (1955)

 

In diesem frühen Roman des gefeierten polnischen Stars der Science-Fiction-Lite-ratur, der im 32. Jahrhundert angesiedelt ist, wird der erste interstellare Flug der Menschheit zum Alpha-Centauri-Doppelsternsystem erzählt. Der Ich-Erzähler an Bord des luxuriösen Riesenschiffs Gea unterhält sich sehr viel über wissenschaft-liche und philosophische Themen – oder sinniert über seine Vergangenheit. Das Buch, das mit Ikarie XB 1 (CSSR 1963) auch verfilmt wurde, ist stark vom sozialisti-schen Realismus der Stalin-Ära geprägt und geriet stellenweise ziemlich schwüls-tig. Aber es bietet auch ein zauberhaftes Weltraumabenteuer mit viel Patina.


Ausschnitt vom Buchcover von John Scalzi, "The Rough Guide to Sci-Fi Movies" (2005)

John Scalzi: The Rough Guide to Sci-Fi Movies (2005)

 

John Scalzi (geb. 1969) kann unterhaltsame, spannende Space Operas schreiben – seine Krieg der Klone-Trilogie wusste zu gefallen. Im selben Jahr, als er sei­nen Durchbruch zum Bestsellerautor erlebte, versuchte sich Scalzi an einer Einführung in das Science-Fiction-Kino. Mehr als dafür Video­nächte zu bestreiten und an­schließend unreflektierte Urteile über die Filme hinzu­rotzen, die kaum über “cool” oder “boring” hinausgehen, kam dabei leider nicht heraus. Keine Einführung, nur die persönliche Favoritenliste eines Autors, der Star Wars für den großartigsten Film aller Zeiten hält. Ein ziemlich überflüssiges Buch. Leider.


Ausschnitt vom Buchcover von "Fritz Langs Metropolis" (München 2010) von der Deutschen Kinemathek (Hrsg.)

Deutsche Kinemathek (Hrsg.): Fritz Langs Metropolis (2010)

 

Dieses prachtvolle Filmbuch erschien anlässlich der jüngsten, fast vollständigen Wiederherstellung der legendären, ungekürzten Premierenfassung von Metropolis, die nur von Januar bis Mai 1927 in Berlin und danach nie wieder zu sehen gewesen war. Das Buch erörtert die Filmrestauration, die ein 2008 in Buenos Aires neu ent­deck­tes Filmnegativ ermöglicht hat, vor allem aber ist es prall gefüllt mit vielen zeitgenössischen Fotos von den aufwendigen Dreharbeiten zu Metropolis. Für je­den Liebhaber von Fritz Langs Filmklassiker ist der Band ein wahrer Hochgenuss.


Szenenfoto mit Atompilz aus dem Film "Planet des Grauens" (World Without End, USA 1956) von Edward Bernds

Planet des Grauens (USA 1956)

 

Eine Mission zum Mars gerät in eine Art „Raumzeit-Sturm“, wird in die ferne Zu­kunft ge­schleudert und kehrt auf eine Erde zurück, die Jahrhunderte zuvor von einem Atomkrieg verwüstet worden ist. Wie in H. G. WellsZeitmaschine (1895) hat sich die Menschheit in Morlocks und Eloi aufgespalten, nur dass sie hier nicht so heißen und ihre unter- und oberirdischen Wohnorte miteinander vertauscht haben. Für einen Low-Budget-Streifen der Fünfzigerjahre macht der Film optisch eine außer­ordentlich gute Figur und ist sehr kurzweilig – auch wenn er zynisch die Aus­rot­tung Eingeborener zum Zwecke der Landnahme rechtfertigt.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "The Alien" (1951) von Raymond F. Jones

Raymond F. Jones: The Alien (1951)

 

Ein knalliges, actionreiches und sehr pulpiges Weltraumabenteuer serviert Ray­mond F. Jones (1915–1994) in diesem Roman – und das macht höllisch Spaß! Welt­raum­archäo­logen entdecken im Asteroidengürtel Artefakte einer vor Jahrtausen­den un­terge­gangenen Zivilisation – und einen schwarzen, kristallartigen, riesigen Behäl­ter, in dem das Protoplasma eines Aliens aufbewahrt ist. Nach langen Diskus­sionen entschließt man sich, den Alien wiederzuerwecken. Doch das erweist sich – man ahnt es – als gewaltiger Feh­ler, der die ganze Menschheit bedroht . . .


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Amalthea" (Seveneves, 2015) von Neal Stephenson

Neal Stephenson: Amalthea (2015)

 

In diesem über tausend Seiten langen Epos malt der amerikanische Autor Neal Stephenson (geb. 1959) ein kühnes Zukunftsbild der Menschheit aus. Der Mond zerbricht, und seine Trümmer regnen auf die Erde nieder und vernichten alles Leben. In großer Eile schafft die Menschheit eine Handvoll Menschen auf Raum­schiffe in den Erdorbit, damit der Homo Sapiens dort eine Überlebenschance er­hält. Der Roman ist mit großer technologischer Detailversessenheit geschriebene, nerdige Hard-SF. Grandios, aber auch von irritierender technokratischer Kälte.


Szenenfoto (schreiender Astronaut) aus dem Film "Endstation Mars" (Mission Mars, USA 1968) von Nicholas Webster

Endstation Mars (USA 1968)

 

Auf dem Mars lauerten in amerikanischen B-Movies seit jeher grausige Gefahren für die Astronauten. In diesem recht launigen cheapie von Nicholas Webster (1912– 2006), der vier Jahre zuvor den berüchtigten Kinderweihnachtsfilm Santa Claus Conquers the Martians (1964) verbrochen hatte, werden einem Astronauten von einem außerirdischen Roboter die Augen ausgebrannt. Warum? Das bleibt, wie so oft bei unlogischen B-Movie-Plots, offen. Da stört es auch kaum, dass die Astronau­ten am Kinn offene Motorradhelme und Schwimmanzüge tragen. Dennoch: Der Film hat trotz seines winzigen Budgets recht ordentliche Schauwerte zu bieten.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Unendlichkeit" (Revelation Space, 2000) von Alastair Reynolds

Alastair Reynolds: Unendlichkeit (2000)

 

Das Erstlingswerk des walisischen Science-Fiction-Autors Alastair Reynolds (geb. 1966) war gleich ein Volltreffer: eine spannende, originelle Kombination von Space Opera und Hard-SF, die auf clevere Weise die Versatzstücke des Genres ein­setzt, gleichzeitig aber auch mit vielen neuen Ideen begeistert. Im  ersten Band des Revelation Space-Zyklus, der im 26. Jahrhundert spielt, geht es um die außer­irdi­sche Spezies der Amarantin, die vor 900.000 Jahren ausgelöscht wurden. Der Ar­chäologe Dan Sylveste entdeckt, dass eine noch ältere Spezies dafür verant­wort­lich war – und diese auch der Menschheit gefährlich werden könnte.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "The Year When Stardust Fell" (1958) von Raymond F. Jones -- fallender Komet

Raymond F. Jones: The Year When Stardust Fell (1958)

 

Dieser Roman richtete sich wie alle bei Winston erschienenen Science-Fiction-Ro­mane an Kinder und Jugendliche. Doch während die meisten anderen juveniles von Winston bunte Abenteuerhandlungen erzählten, ergriff Raymond F. Jones hier die Gelegenheit, einen Erziehungsroman zu schreiben. Es geht ihm darum, seinen jun­gen Lesern die Liebe zur Wissenschaft näherzubringen und sie zu ver­antwortungs­bewussten Bürgern zu erziehen. Der Rahmen dafür ist ein dramatischer Welt­unter­gang, verursacht durch den giftigen Schweif eines Kome­ten. Durchaus kurz­weilig und vergnüglich zu lesen, geriet der Roman leider auch arg moralinsauer.


Ausschnitt vom Buchcover des Sachbuchs "Kino des Utopischen" (1980) von Georg Seeßlen mit einem Szenenfoto aus "Metaluna 4 antwortet nicht" (This Island Earth, USA 1955)

Georg Seeßlen: Kino des Utopischen (1980)

 

Dieses Buch ist ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur über Science-Fiction-Filme – was freilich vor allem dem Umstand geschuldet ist, dass es anno 1980 herz­lich wenig deutschsprachige Bücher zum Thema gab. 2003 erfuhr es im zweibändi­gen Werk Science Fiction von Georg Seeßlen und Fernand Jung eine fast unverän­derte Neuauflage, womit die Gültigkeit des alten Buchs vom Autor quasi noch ein­mal bestätigt wurde. Kino des Utopischen ist ein sperriger, inzwischen auch recht angestaubter Diskurs über die „Mythologie“ des Genres. Diese konstruiert Seeßlen vor allem – leider – mithilfe von Sigmund Freunds Traumdeutung.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Renaissance" (1944) von Raymond F. Jones von der Buch-Erstausgabe von 1951

Raymond F. Jones: Renaissance (1944)

 

Der Debutroman des Autors von This Island Earth (1952) ist klassische, überdrehte Pulp-Science-Fiction in bester Golden-Age-Tradition: voller Geheimnisse, wissen­schaftlicher Wunder und einer atemberaubenden, wendungsreichen Abenteuer­handlung, die von der ersten bis zur letzten Seite außerordentlich gut unterhält. Die Fülle verschiedener Ideen, die Jones hier einbringt, bis hin zu Parallelwelten, und ihre geschmeidige Verknüpfung zu einem einheitlichen Erzählganzen ist ver­blüffend. Vielleicht das beste Werk von Jones.


Ausschnitt des Buchcovers von der Anthologie "Die Vergangenheit der Zukunft" (1998) von Forrest J. Ackerman et al. (Hrsg.)

Forrest J. Ackerman et al. (Hrsg.): Die Vergangenheit der Zukunft (1998)

 

Bei ARD und ZDF ist es uralte Tradition, sich nur sehr stiefmütterlich um Science-Fiction zu kümmern. Gleichwohl hat das ZDF 1998 eine mehrteilige Dokumentation zum Thema gesendet. Das Begleitbuch zur Doku stellt eine Anthologie von sieben Kurzgeschichten renommierter Science-Fiction-Autoren dar, die die literarischen Vorlagen gefeierter Kinoklassiker wie Alien, Das Ding aus einer anderen Welt oder Der Tag, an dem die Erde stillstand gewesen waren. Es ist spannend, die Storys mit den Filmen zu vergleichen. Sie sind aber auch allemal für sich selbst genommen sehr lesenswert.


Ausschnitt vom Buchcover von "Steven M. Sanders (Hrsg.): The Philosophy of Science Fiction Film" (Kentucky 2008) mit einem Szenenfoto aus "The Day the Earth Stood Still" (USA 1951)

Steven M. Sanders (Hrsg.): The Philosophy of Science Fiction Film (2008)

 

Das von der Universität Kentucky herausgegebene Buch ver­sammelt 12 Essays, die von Philosophen und Kulturwissenschaftlern mit einem Faible für Science-Fiction-Filme verfasst wurden. Ziel des Buchs ist die Be­leuchtung mehrerer ausgewählter Klassiker des Filmgenres unter philosophi­schen Fragestellungen. Das hätte ein hochspannendes Unterfangen wer­den kön­nen – wenn denn das methodische und intellektuelle Niveau der Texte nicht so enttäu­schend niedrig ausgefallen wäre. Gleichwohl lohnt die Lektüre, indem sie zum Nachdenken anregt und zum Wider­spruch herausfordert.


Ausschnitt vom Buchcover von Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films (7. Auflage 1997) mit einem Sezenfoto aus "Independence Day" (USA 1996)

Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films (1997)

 

Für Jahrzehnte war es eine der wichtigsten „Filmbibeln“ für Science-Fiction-Fans hierzulande: Hahns und Jansens Lexikon des Science Fiction Films. Vor den Zeiten des Internets war das umfangreiche Werk eine reichhaltige, überaus wertvolle Informationsquelle. Der herablassende, ätzende Spott hingegen, den die Autoren gegen fast alle enthaltenen Filme meinten zum Besten geben zu müssen, ging einem schon damals gehörig gegen den Strich. Auch heute noch nerven die dümmlichen Verrisse nur – und verleiden die Lektüre, die sonst noch immer recht interessant und unterhaltsam sein könnte.


Ausschnitt vom Buchcover von Frank Schnelle (Hrsg.): Hollywood Professional (München 1993) mit einem Szenenfoto aus "Der Schrecken vom Amazonas" (The Creature from the Black Lagoon, USA 1954) von Jack Arnold

Frank Schnelle (Hrsg.): Hollywood Professional (1993)

 

Es gibt nicht viele Bücher, die sich ausführlich mit dem legendären B-Movie- und Science-Fiction-Filmer Jack Arnold (19161992) und seinem Werk beschäftigen. Dies hier ist eines davon. Es enthält neben dem vollständigen Abdruck des berühmten „Jack Arnold erzählt“-Fernseh-Interviews von 1983 mehrere Essays verschiedener Autoren, die Arnolds Schaffen verschiedentlich beleuchten. Eine hochinteressante Lektüre! Das Versprechen jedoch, Jack Arnolds ominösem „Genie“, dem „gewissen Etwas“ seiner Regie und seiner Filme auf die Spur zu kommen, löst das Buch al­ler­dings nicht ein. Ist die Frage vielleicht falsch gestellt?


Szenenfoto aus "Tarantula" (USA 1955) von Jack Arnold mit der riesigen Spinne vor Desert Rock

Tarantula (USA 1955)

 

Eine gigantisch gewachsene Tarantel, größer als ein Haus, marschiert aus der Wüs­te direkt auf ein kleines amerikanisches Städtchen zu – und alle Mittel, sie aufzu­hal­tenschei­nen zu versagen. Mit Tarantula schuf Universals B-Filmer Jack Arnold (19161992) nicht den ersten, aber womöglich den besten big bug movie der Fünf­zigerjahre. Die Tricktechnik, mit der Aufnahmen echter Taranteln nahezu perfekt in die realistischen Szenen eingefügt wurden, können auch heute noch überzeu­gen, die Handlung ist straff und dennoch vielschichtig, und die Spannung ist durch­gän­gig hoch. Ein schwungvoller Monsterthrill-Genuss!


Szenenfoto aus dem Film "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" (The Incredible Shrinking Man, USA 1957) mit Grant Williams und der riesigen Katze

Die unglaubliche Geschichte des Mr. C (USA 1957)

 

Der packende Roman The Shrinking Man (1956) von Richard Matheson (19262013) bildete die Drehbuchvorlage für diesen erstklassigen, von Jack Arnold inszenierten B-Movie. Es entstand einer der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten, der sich nicht mit der Sensation der großartig getricksten Miniaturisierung der Hauptfigur Scott Carey begnügte, sondern sich vor allem auf die bittere Tragik und psychische Belastung dieser Hauptfigur kon­zen­trierte. Stehen aber die Monster von Katze und Spinne, gegen die Carey kämpfen muss, wirklich für eine den Mann verschlingende Weiblichkeit, wie die Filmkritik oft behauptete? Das ist dann doch zweifelhaft . . .


Szenenfoto mit Sam Rockwell (geb. 1968) aus dem Film "Moon" (GB 2009) von Duncan Jones

Moon – Die dunkle Seite des Mondes (GB 2009)

 

Der britische Nachwuchsregisseur Duncan Jones (geb. 1971) liefert in seinem Debut­film ein brillantes Science-Fiction-Drama ab, das zweifellos zu den besten Filmen des Genres der letzten Jahre zählt. Der Film ist eine beeindruckende One-Man-Show des außerordentlich begabten Schauspielers Sam Rockwell (geb. 1968), der den einsiedlerischen Mondarbeiter Sam Bell mit zeitgemäßer, lässiger Coolness, aber auch überaus anrührend spielt. Der lange Arm des internationalen Kapitalis­mus reicht in der Zukunft bis zum Mond – und verheizt auch dort mitleidlos seine allzu lästigen, weil Kosten verursachenden menschlichen Arbeitssklaven.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Der Mond ist eine herbe Geliebte" (1966) von Robert A. Heinlein in der Ausgabe vom Bastei-Lübbe-Verlag 1994

Robert A. Heinlein: Der Mond ist eine herbe Geliebte (1966)

 

Ein weiteres ideologisches Manifest von Robert A. Heinlein (1907–1988), dem viel­ge­priesenen Hardliner und bekennenden Libertarier der Science-Fiction-Literatur. Heinlein malt in diesem Roman eine libertäre, fast anarchische Ideal­ge­sell­schaft“ aus, die sich auf dem Mond aus einer irdischen Strafkolonie heraus entwi­ckelt hat und sich nun vom gängelnden Joch der irdischen Bürokratie befreien will. Wer in dieser Gesellschaft irgendwem auf den Keks geht, kann schon mal ratzfatz durch die Luftschleuse geworfen werden – ohne Druckanzug. Knallharter Sozialdarwi­nismus wird hier als lebensnahe, praktische Moral verkauft. Typisch Heinlein eben.


Ausschnitt vom Buchcover des Buchs "Marsfieber" (2003) von Rainer Eisfeld und Wolfgang Jeschke

Rainer Eisfeld/Wolfgang Jeschke: Marsfieber (2003)

 

Der Mars ist und bleibt der Ort im Sonnensystem, der auf die Menschheit die größ­te Faszination ausübt: Ein Ort, der auf den Bildern der gelandeten Marssonden selt­sam vertraut anmutet und auf dem es einst sogar fließendes Wasser gegeben ha­ben muss. Rainer Eisfeld und Wolfgang Jeschke spüren in ihrem Buch dem My­thos Mars, der sich über die letzten 140 Jahre hinweg entwickelt hat, nach. Dabei neh­men sie die Science-Fiction in Literatur und Film ebenso in den Blick wie die Ge­schich­te der wissen­schaft­li­chen Erforschung des Mars. Ein höchst unterhaltsa­mes und dazu auch sehr reichhaltig und attraktiv illustriertes Buch.


Szenenfoto mit Casper van Dien als Soldat vor einem Bug in dem Film "Starship Troopers" (USA 1997) von Paul Verhoeven

Starship Troopers (USA 1997)

 

Paul Verhoevens ruppig-brutale Verfilmung von Robert A. Heinleins klassischem Roman Starship Troopers (1959) ist eine bissige Satire auf hurrapatriotische Kriegs- und Actionfilme aus Hollywood und die mediale, auf Hochglanz polierte Ein­schwö­rung auf das hegemoniale Selbstverständnis der USA in einer Welt, die nach dem Ende des Kalten Krieges vermeintlich ihr allein zu gehören schien. Heinlein-Fans rümpften angewidert die Nase, während den Kritikern und auch dem Publikum der satirische Gehalt leider entging. Erst in den letzten Jahren wurden die subversiven satirischen Qualitäten gewürdigt. Ein großartiger Science-Fiction-Film.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Sternenkrieger" (Starship Troopers, 1959) von Robert A. Heinlein, in der Ausgabe vom Bastei-Lübbe-Verlag 1984

Robert A. Heinlein: Sternenkrieger (1959)

 

Das SF-Fandom treibt manchmal seltsame Blüten. Ein besonders bizarrer Auswuchs ist die glühende Heiligenverehrung, die dem Autor Robert A. Heinlein (19071988) entgegengebracht wird. Obgleich in seinen Werken vielfach chauvinistisch, feiern ihn Fans als eine Speerspitze des Feminismus. Und obgleich Libertarier, schrieb Heinlein Sternenkrieger, den Urvater der modernen Military-SF. Das Buch ist ein übler literarischer Amoklauf, mit dem ein eisenfressender Militarismus vergötzt und die demokratische Zivilgesellschaft unverhohlen als ein müder Haufen von Weich­eiern verspottet wird. Kritiker nennen das Buch faschistoid. Völlig zu recht.


Szenenfoto mit Jodie Foster als Astronautin in dem Film "Contact" (USA 1997) von Robert Zemeckis

Contact (USA 1997)

 

Robert Zemeckis starbesetzte, 90 Millionen Dollar teure Verfilmung von Carl Sa­gans Roman Contact (1985), der ein möglichst realistisches Szenario eines Erst­kon­takts mit Außerirdischen ausmalen will, hält sich sehr eng an die literarische Vor­lage und ist angenehm ruhig und fokussiert inszeniert. Man staune: Trotz deutlich gedämpftem Hollywood-Bombast wurde der intellektuell interessante Film ein großer Box-Office-Erfolg. Und er bügelte sogar einige argumentative Schwächen des Romans aus, die hier ausgewogener gefasst wurden.


Ausschnitt vom Buchcover des Romans "Contact" (1985) von Carl Sagan, in der deutschen Erstauflage vom Droemer-Knaur Verlag 1986

Carl Sagan: Contact (1985)

 

Carl Sagans einziger Roman Contact entstand ursprünglich aus der Idee, das Sze­na­rio eines möglichen Radiokontaktes mit Außerirdischen in einem Film auszumalen. Ein Erstkontakt Sagans mit Francis Ford Coppola in den Siebzigerjahren trug noch keine Früchte, und es sollte noch bis 1997 dauern, bis der Film verwirklicht wurde. In der Zwischenzeit machte Sagan aus der Idee einen Roman, der prompt ein Bestseller wurde. Das Buch trägt hoch­in­te­ressante apologetische Züge: Sagan ringt hier im Angesicht der Schöpfung mit seinen numinosen Schauern. Am Ende erweist sich Sagan, der erklärte Atheist, doch in gewisser Weise als zutiefst religiös.


Ausschnitt eines Covers des Pulp-Magazins "Amazing Stories" von 1927, das die Kampfmaschinen aus "The War of the Worlds" von H. G. Wells zeigt

Helga Abret/Lucian Boia: Das Jahrhundert der Marsianer (1984)

 

Seit den Anfängen der modernen Science-Fiction-Literatur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Mars eine besondere Faszination auf die Imagination der Autoren ausgeübt. Die mehr oder minder seriös argumentierenden Wissen­schaft­ler selbst – allen voran der Astronom Percival Lowell (1855–1916) – haben ganz erheblich die wilden Spekulationen über hochentwickelte Zivilisationen auf dem Mars angeheizt. Die Literaturwissenschaftler Helga Abret und Lucian Boia unternehmen in ihrem Buch einen Streifzug durch 100 Jahre Marsromane und Er­zählungen. Und sie fördern eine überraschende, enorme Vielfalt zutage.


 

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